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Berg-Reitgras pflanzen & pflegen – fluffiges Alpengras für Garten und Kübel
Alpenflora
Berg-Reitgras pflanzen & pflegen – fluffiges Alpengras für Garten und Kübel
22.06.2026
:
In einer Bergwiese mit den Alpen im Hintergrund blühen Berg-Reitgräser flächendeckend
Mit dem luftig-lockeren Berg-Reitgras (Calamagrostis varia) hält die Leichtigkeit sommerlicher Alpenwiesen Einzug ins Beet und auf den Balkon. Seine Markenzeichen sind sommergrüne Halme und gelblich-grüne, violett überhauchte, federleichte Blütenrispen, die sich sanft im Sommerwind wiegen. Das heimische Süßgras wächst horstig, verträgt Sonne ebenso wie Halbschatten und kommt sogar mit kalkhaltigen Böden und dem Wurzeldruck benachbarter Gehölze zurecht. Es eignet sich deshalb wunderbar für Alpinarien, Steingärten, naturnahe Beete, Gehölzränder, pflegeleichte Gräsergärten und Kübel.
Das Berg-Reitgras ist ein markantes Element der Alpenflora.
Wie wird Berg Reitgras richtig gepflanzt und gepflegt?
Das Berg-Reitgras wächst am besten an einem sonnigen bis halbschattigen Standort in einer durchlässigen, mäßig trockenen bis frischen, vorzugsweise kalkhaltigen und mageren Erde. Pflanzzeit ist im Frühjahr oder Herbst. Der richtige Pflanzanstand beträgt 60 bis 80 cm. Nach dem Anwachsen benötigt das pflegeleichte Gras nur wenig Wasser und kaum Dünger. Die trockenen Halme bleiben über den Winter stehen und werden spätestens Anfang März etwa eine Handbreit über dem Boden abgeschnitten.
Wissenswerte gärtnerische Fakten
✅ Wuchshöhe: 50-100 cm ✅ Blütezeit: Juli bis September ✅ Eigenschaften: vollkommen winterhart, mehrjährig, ungiftig, nicht essbar ✅ Besonderheiten: verträgt Halbschatten und Wurzeldruck, wertvolle Raupenfutterpflanze ✅ Verwendung: Alpinum, Gehölzrand, Steingarten, Trockenwiese, Steppengarten, Trockenmauer, Dachterrasse, Kübel 🏔️ Naturschutz: Vorwarnliste, nicht besonders geschützt.
In den Alpen ist das Berg-Reitgras bis in hochalpine Höhen anzutreffen.
Das Berg-Reitgras ist eine europäische Wildgrasart des Hügellands und Hochgebirges. Seine Vorkommen erstrecken sich von Mittel- über Süd- bis nach Südosteuropa. In Österreich gehört es zur heimischen Flora und wird hier auch Bunt-Reitgras oder Kalk-Reitgras genannt.
Lebensraum in den Alpen
hochmontane Wald- und Gehölzränder,
alpine und subalpine Kalkrasen,
sonnige, waldnahe Grashänge,
steinige Schutt- und Felsflure,
frische bis trockene Kalkböden.
Typisch für Bergreitgräser sind wechselfeuchte Böden, die im Frühjahr oder nach Niederschlägen frisch sind, im Sommer hingegen zeitweise austrocknen. Das erklärt, weshalb das Berg-Reitgras im Garten sowohl mit mäßiger Trockenheit als auch mit frisch-feuchten Bedingungen zurechtkommt. Staunässe verträgt es dennoch nicht.
📷 Berg Reitgras Bilder
Berg-Reitgras im Vorgarten mit typischem Habitus Von ИринаЯ – CC0
Bei der Standortwahl stellt das Berg-Reitgras seine Flexibilität unter Beweis Es gedeiht sowohl in der Sonne als auch im Halbschatten.
✅ Mindestens 4-6 Stunden Sommersonne täglich,
✅ Ohne dauerhaften Schattenwurf durch Gehölze, Stauden und Mauern,
✅ Leichte Luftzirkulation, damit nasse Halme und Blätter schnell trocknen.
Grüner-Daumen-Tipp: Die Standortkombination vollsonnig und trocken, bringt das Berg-Reitgras an seine Grenzen. Für diese herausfordernden Rahmenbedingungen eignen sich Spezialisten besser. Hierzu gehören das flauschige Federgras (Stipa tenuissima), der Gelbe Blasenstrauch (Colutea arborescens) mit leuchtend geben Blüten im Sommer. Für den Schattengarten ist die Japansegge (Carex morrowii) die ideale Alternative zum Berg-Reitgras.
🌱Welchen Boden braucht ein Berg-Reitgras?
Gemäß der Zeigerwerte nach Ellenberg ist das Berg-Reitgras ein Schwachbasen- bis Kalkzeiger, ein Frische- und Nährstoffarmut-Zeiger. Daraus resultieren die folgenden Rückschlüsse auf den optimalen Gartenboden:
neutrale bis kalkhaltige Erde
wechselfeucht, mäßig trocken bis frisch,
humos bis steinig,
vorzugsweise mager.
Grüner-Daumen-Tipp: Kalkschotter, feiner Splitt oder mineralischer Kies als Teil der Bodenstruktur entsprechen dem natürlichen Charakter des Berg-Reitgrases sehr viel besser, als nährstoffreiche Gartenerde und pure Blumenerde.
🚫Nicht geeignete Böden:
schwerer, nasser Lehmboden,
feuchte Senke, in der sich das Wasser staut,
sumpfige Uferbereiche,
regelmäßig gedüngte Beete,
saurer Boden, z. B. unter Koniferen, Hortensien und Rhododendren.
Im sauren Boden den pH-Wert anheben – So geht’s!
Mit dem Neudorff pH-Bodentest-Set (Amazon) ermitteln Sie im Handumdrehen den pH-Wert des Bodens. Saure Erde mit einem pH-Wert < 6,0 können Sie für das kalkliebende Berg-Reitgras anpassen, indem Sie den Azet-Gartenkalk (Amazon) einarbeiten.
📆 Pflanzzeit für das Berg Reitgras
Das ideale Zeitfenster für die Pflanzung von Berg-Reitgras im Garten und auf dem Balkon ist geöffnet von April bis Anfang/Mitte Juni. Im Herbst ist ein weiterer Pflanztermin für Gartengräser, wenn im September und Oktober der Boden noch sonnenwarm ist. In diesem Fall wird ein leichter Winterschutz empfohlen, z. B. eine Abdeckung mit Reisig oder Wintervlies.
Das Berg-Reitgras kann man auch als Saumbepflanzung von Gehölzen pflanzen.
Lockern Sie den Boden spatentief auf, damit das flachwurzelnde Berg-Reitgras vor dem Winter gut eingewachsen ist. Anschließend gehen Sie in diesen Schritten vor:
1.Topfballen wässern (5-10 Minuten in normales, kalkhaltiges Wasser stellen).
2. Für jedes Berg-Reitgras ein Pflanzloch ausheben, das etwas breiter ist, als der ausgetopfte Wurzelballen.
3. Nur in sehr mageren Böden den Aushub mischen mit Dehner Bio-Hornspänen (Amazon) als Startdüngung.
4. Schwere Lehmböden mit Kalksplitt und Kies mischen für eine bessere Durchlässigkeit.
5. Ein Berg-Reitgras so tief einsetzen, wie es zuvor im Anzuchttopf stand.
6. Die Erde gut andrücken und durchdringend angießen.
7. Die Wurzelscheibe dünn mulchen mit feinkörnigem Kies oder Splitt.
Die empfohlene mineralische Mulchschicht unterdrückt unerwünschten Aufwuchs, hält die Erde länger feucht und verstärkt den alpinen Charakter.
Idealer Pflanzabstand für Berg-Reitgras
Als Solitär und kleine Gruppe kommt das Berg-Reitgras am schönsten zur Geltung mit einem Pflanzabstand von 60-80 cm. Das entspricht ein bis drei Pflanzen pro Quadratmeter. Eine natürliche, alpine Wirkung erzielen Sie mit ungeraden Gruppen aus 3-5 Jungpflanzen.
Grüner-Daumen-Tipp: Die Pflanzung mit einem Andermatt Bio-Garten-Schneckenkragen (Amazon) schützt das junge Berg-Reitgras vor gefräßigen Nacktschnecken, solange die Blätter noch zart sind.
Im taupefarbenen Lechuza Kübel (Amazon) setzt sich Berg-Reitgras dekorativ in Szene.
Kann man das Berg-Reitgras im Kübel pflanzen?
Ja, das Berg-Reitgras wird von Hobbygärtnern sehr geschätzt für die naturnahe, alpine Gestaltung sonniger bis halbschattiger Balkone und Terrassen. Folgende Eckdaten sind wichtig:
ein helles Gefäß, damit sich der Wurzelballen nicht so stark aufheizt,
mindestens ein Wasserabzugsloch,
eine Drainageschicht aus Blähton, Kies oder Splitt,
strukturstabile, torffreie Kübelpflanzenerde mit mineralischem Anteil.
Im Topf muss das Berg-Reitgras häufiger gegossen werden als im Garten. An heißen Sommertagen oftmals sogar täglich. Der Wurzelballen darf nie vollständig austrocknen. Im Winter stellt man das Gefäß vor die regengeschützte Hauswand auf Holzleisten. Ein Pflanzenroller wird unterfüttert mit Stroh oder Holzwolle.
Berg Reitgras Pflege
Am richtigen Standort ist das Berg-Reitgras sehr genügsam und nahezu anspruchslos.
💧 Calamagrostis montana richtig gießen
Frisch gepflanztes Berg-Reitgras hat einen regelmäßigen Wasserbedarf. Halten Sie die Erde leicht feucht, aber nicht tropfnass. Sobald es eingewurzelt ist, gießen Sie nur noch:
während längerer Trockenperioden,
wenn trotz bedecktem Himmel ein warmer Wind weht,
an sehr heißen, vollsonnigen Standorten.
Kurzzeitige Trockenheit verträgt ein ausgepflanztes Berg-Reitgras besser, als Staunässe. Gießen Sie daher grundsätzlich nach einer Fingerprobe und immer mit normalem, kalkhaltigen Leitungswasser.
🌿 Berg Reitgras sparsam düngen
In den Alpen kommt das Berg-Reitgras häufig auf nährstoffarmen Böden vor. Eine intensive Düngung ist deshalb weder notwendig noch sinnvoll. Diese Nährstoffversorgung ist ideal:
im Frühjahr eine dünne Schicht reifer Kompost oder
eine kleine Portion organischer Staudendünger.
Auf normal, nährstoffhaltigen Gartenböden können Sie die Düngung vollständig vom Pflegeplan streichen. Zu viel Stickstoff, vor allem durch mineralische Volldünger, wie Blaukorn, verursacht ein weiches Wachstum, sodass das Berg Reitgras seine Forma verliert und auseinander fällt.
Nach dem Rückschnitt sollte der Gräserhorst eine halbrunde Form aufweisen, damit Licht in allen Bereiche vordringen und den Austrieb aktivieren kann.
✂️ Berg Reitgras schneiden – Tipps
Vermeiden Sie einen Rückschnitt im Herbst. Die trockenen Halme und Blätter dienen als natürlicher Winterschutz für die flachen Wurzeln. Außerdem entstehen dekorative Winterstrukturen, wenn die befrorenen Samenstände im Sonnenlicht glitzern. Bester Zeitpunkt für den Staudenschnitt ist im Spätwinter, spätestens bis März, rechtzeitig vor dem frischen Austrieb.
Rückschnitt im Spätwinter – Kurzanleitung
1. Handschuhe anziehen zum Schutz vor den scharfen Blattkanten.
2. Den Horst etwa 10 bis 15 Zentimeter über dem Boden abschneiden.
3. Die Halme büschelweise mit einer Hand umfassen.
4. Jetzt ist die beste Zeit für eine Startdüngung.
Ziergräser setzen im Winter dekorative Akzente im Garten und auf dem Balkon.
❄️ Berg-Reitgras überwintern im Beet
Mit einer zuverlässigen Winterhärte von bis zu -34 Grad Celsius benötigt das Berg-Reitgras keinen Winterschutz. In regen- und schneereichen Regionen ist trotzdem eine Abdeckung mit Reisig sinnvoll, um die flachen Wurzeln vor winterlicher Staunässe zu bewahren.
Berg Reitgras vermehren – 2 Methoden
Die einfachste Methode der Vermehrung ist die Teilung. Bester Zeitpunkt ist im Herbst oder Frühjahr vor dem Neuaustrieb. So machen Sie es richtig:
1. Das Berg Reitgras ausgraben.
2. Den Wurzelballen mit einem scharfen Spaten oder Messer teilen.
3. Verkahlte Bereiche herausschneiden.
4. Die kräftigsten Ballenstücke neu einpflanzen.
5. Gut angießen.
Ein frischer Austrieb ist das Signal, dass ein Ballenstück angewachsen ist. Bis dahin halten Sie den Boden leicht feucht. Anschließend gießen Sie das junge Gras nur noch bei längerer Trockenheit.
Berg-Reitgras durch Aussaat vermehren
Die Wildart Calamagrostis varia lässt sich auch durch Samen vermehren. Die Aussaat ist jedoch langwieriger als die Teilung, weil die Samen Kühlkeimer sind. Darum säen Sie das Saatgut im Herbst in Schalen mit Kokoserde und stellen sie über den Winter draußen auf. Halten Sie das Substrat leicht feucht.
Wer im Garten eine glaubwürdige Bergwiesen Optik erzielen möchte, ist mit Calamagrostis varia besser beraten. Für eine streng vertikale Beetgestaltung ist ‘Karl Foerster’ die passendere Wahl. Wichtige Unterschiede der beiden Reitgräser im Überblick:
Berg-Reitgras
‘Karl Foerster’
heimische europäische Wildart
gärtnerische Hybridsorte
lockerer, natürlicher Wuchs
streng aufrechter, säulenförmiger Wuchs
Sonne bis Halbschatten
bevorzugt Sonne
verträgt Wurzeldruck
weniger geeignet für trockenen Wurzeldruck
kurze Rhizome, moderate Aussaat möglich
steril, keine Selbstaussaat
ideal für Natur- und Alpengärten
ideal für moderne, architektonische Beete
Die 5 häufigsten Pflegefehler vermeiden
1. Zu nährstoffreich pflanzen
In fettem Gartenboden gedeihen Bergreitgräser zu weich und verlieren ihre natürliche Standfestigkeit. Erde mit einem hohen Nährstoffgehalt erkennen Sie an der dunkelbraunen bis schwarzen Farbe und einer feuchten, lockeren Konsistenz.
2. Zu viel gießen
Das Berg-Reitgras hat eine Aversion gegen dauerfeuchte Böden. Am liebsten steht es mäßig trocken, also weder staubtrocken noch triefend nass. Gießbedarf besteht nur dann, wenn sich bei einer Fingerprobe der Boden bis in 2 cm Tiefe trocken anfühlt.
3. Zu schattig setzen
Im Schatten bildet sich zwar ein Grasschopf. Allerdings werden Sie nach den dekorativen, zarten Blütenähren vergeblich Ausschau halten.
4. Zu starke Konkurrenz
Von stark wachsenden Nachbarn mit kräftigen Ausläufern wird ein Berg-Reitgras schnell verdrängt. Besser geeignet sind sanftmütige Pflanzpartner, wie die Skabiosen-Flockenblume (Centaurea scabiosa), die Kartäusernelke (Dianthus carthusianorum) und das leuchtend gelbe Ochsenauge (Buphthalmum salicifolium).
5. Zu früh schneiden
Wer das Berg-Reitgras bereits im Herbst zurückschneidet, beraubt den winterlichen Garten um einen hübschen Hingucker. Besser ist ein Rückschnitt im zeitigen Frühjahr.
Fazit
Das heimische Berg-Reitgras (Calamagrostis varia) entfaltet im Garten mit schlanken Blättern und filigranen Ähren den natürlichen Charakter alpiner Bergwiesen. Das pflegeleichte Wildgras gedeiht in Sonne und Halbschatten, verträgt kalkhaltige Böden und benötigt nur wenig Pflege. Nicht zu unterschätzen ist sein ökologischer Wert, denn es dient als Raupenfutter für seltene, bedrohte Schmetterlinge.
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