
Früher oder später steht jeder Hobbygärtner vor der Frage: Was tun, wenn Blumenerde schimmelt? Häufig tritt das Dilemma bereits beim Öffnen des Sacks auf. Aber auch auf der Blumenerde im Topf wirft weißer Belag Fragen auf. In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie man das schimmelige Problem ganz einfach aus der Welt schafft. Die besten Vorbeugungsmaßnahmen gegen Schimmelbildung im Blumenerde-Sack lesen Sie hier. Auf geht’s!


Kurzfassung
Was tun bei schimmeliger Blumenerde im Sack und Topf?
Wenn Blumenerde im Sack schimmelt, sollte man die Erde gut durchmischen, auf einer Folie ausbreiten und einige Stunden draußen durchlüften, aber nicht austrocknen lassen. Eine gute Belüftung drängt die Schimmelsporen zurück. Danach kann die Blumenerde normal verwendet werden. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann die Blumenerde im Backofen bei 100-150 Grad für 30 Minuten oder in der Mikrowelle bei 600-800 Watt für 5 Minuten sterilisieren. Bei Schimmelbefall im Blumentopf sollte man die obere Erdschicht entfernen und künftig erst gießen, wenn das Substrat fühlbar getrocknet ist.

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Warum schimmelt Blumenerde im Sack?
Auch die hochwertigste Pflanzenerde ist nicht steril. Im organischen Substrat leben scharenweise Mikroorganismen. Gesellt sich Feuchtigkeit hinzu, können sich schädliche und harmlose Pilze aller Art munter vermehren. Begünstigt wird der Prozess vor allem durch:
- warme Lagerung am sonnigen Platz,
- beschädigte Verpackungen,
- hohe Luftfeuchtigkeit,
- lange Lagerdauer und
- organische Bestandteile.
Kann schimmelige Blumenerde gesundheitsschädlich sein?

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Was tun, wenn Blumenerde schimmelt im Sack?
Am besten schneiden Sie den Sack vollständig auf, damit die verschimmelte Blumenerde an der frischen Luft antrocknen kann. Den Prozess können Sie beschleunigen. Hierzu breiten Sie die Blumenerde an einem regengeschützten Standort flächig aus. Länger als 6 Stunden darf das Lüften nicht dauern, denn ausgetrocknete Blumenerde kann man für seine Pflanzen nicht mehr verwenden.
Häufig lagern Baumärkte, Gartencenter und Discounter die Blumenerde im luftdichten Plastik-Sack draußen ohne Regenschutz. Im Sack entsteht ein feucht-warmes Mikroklima, das Schimmelsporen auskeimen lässt. Indem Sie die das schimmelige Substrat lüften, ziehen sich die Sporen wieder zurück und der flaumig-weiße Belag verschwindet.

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Kann man schimmelige Blumenerde aus dem Sack verwenden?
Wenn Sie verschimmelte Blumenerde gründlich lüften, steht einer normalen Verwendung für Zimmerpflanzen oder im Garten nichts im Wege. Verantwortlich für die Schimmelbildung sind zumeist harmlose Pilzsporen, sogenannte Saprophyten. Dabei handelt es sich um Zersetzer (Destruenten), die in jedem Waldboden vorkommen. Das ist gut so, denn die Pilzsporen spielen im Ökosystem eine wichtige Rolle bei der Verarbeitung organischer Substanzen zu Humus. Die Zersetzersporen befallen keine lebenden Pflanzenteile. Letzte Gewissheit über die Verwendung gibt ein einfacher Sicht- und Geruchstest:

Weißes Pilzmyzel und normaler Erdgeruch
Schimmelige Blumenerde ist unbedenklich, wenn lediglich ein weißes Pilzgeflecht die Oberfläche bedeckt. Entwarnung kann auch gegeben werden, wenn das Substrat erdig riecht. Dann spricht nach dem Lüften und Auflockern nichts gegen eine Weiterverwendung.

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Wann sollte man die Blumenerde besser entsorgen?
Vorsicht ist angebracht, wenn die Erde
- stark modrig oder faulig riecht,
- sich schmierig oder glitschig anfühlt,
- auffällige Verfärbungen aufweist oder
- stark verdichtet ist aufgrund einer Lagerung unter hohem Druck.
In diesem Fall würde ich sie nicht mehr für empfindliche Topf- und Kübelpflanzen verwenden.

Verschimmelte Blumenerde sterilisieren
Wer bei der Verwendung schimmeliger Blumenerde auf Nummer sicher gehen möchte, sterilisiert das Substrat so:
- Die Erde 3-5 cm hoch auf einem Backblech verteilen und anfeuchten.
- Abdecken mit Alufolie, in den Backofen schieben und einen Holzstiel in die Türe klemmen.
- Bei 120-150 Grad Ober- und Unterhitze (Umluft 100-120 Grad) für 30-45 Minuten sterilisieren.
Am besten besprühen Sie die Erde nach 15 Minuten nochmals mit Wasser, denn ausgetrocknetes Substrat ist nutzlos.
Wichtig: Die Hitze tötet nicht nur Schimmelsporen und Schädlinge ab, sondern auch nützliche Bodenorganismen. Vor dem Einpflanzen empfiehlt es sich, die Erde ein paar Tage ruhen zu lassen oder etwas reifen Kompost und selbst hergestelltem Kompostbeschleuniger unterzumischen, um das Bodenleben wieder aufzubauen. Für die reine Aussaat und Anzucht kann die sterilisierte Erde direkt verwendet werden.
Wie kann ich verhindern, dass Blumenerde im Sack schimmelt?
Eine kühle, trockene, dunkle und regengeschützte Lagerung verhindert, dass Blumenerde im Sack schimmelt. Geeignete Lagerorte sind ein ungeheizter Kellerraum und die fensterlose Garage. Diese Vorbeugung greift allerdings nur, wenn der Blumenerdesack ohne ausgekeimte Schimmelsporen bei Ihnen ankommt.

Ist weißer Belag auf Blumenerde immer Schimmel?
Nein. Die weiße Schicht auf Blumenerde kann auch andere Ursachen haben. Ein einfacher Test gibt Aufschluss:
Weißer, flaumiger oder fadenartiger Belag
Ein weicher, flaumig-watteartiger oder spinnwebenähnlicher Belag deutet häufig auf Schimmelbefall hin. Die Schimmelpilz-Sporen verbreiten sich über die Luft. Wenn sie passende Lebensbedingungen vorfinden, lassen sie sich nieder und bilden ein Myzel. Dieses Myzel besteht aus mikroskopisch kleinen, vielfach verzweigten Pilzfäden, die sich in der Regel kreisförmig ausbreiten.
Weil sich diese Pilze ausschließlich von abgestorbenem, organischem Material ernähren, sind sie für gesunde Pflanzen nicht unmittelbar gefährlich.
Weißer, harter oder krustiger Belag
Bei einem harten, verkrusteten Belag handelt es sich häufig um Kalkablagerungen. Blumenerde im Sack ist davon selten betroffen. Häufigste Ursache im Garten und auf dem Balkon ist regelmäßiges Gießen mit hartem, kalkhaltigem Leitungswasser. Aber auch mineralische Dünger hinterlassen auf der Erde eine feste Verkrustung.
An kalkliebenden Pflanzen, wie Lavendel im Steingarten, Grünkohl im Gemüsebeet oder Edelweiß im Alpinum sind die Ablagerungen kein Problem. Problematisch wird es jedoch für kalkfliehende Pflanzen, wie Ahorn im Kübel sowie exotische Zimmerpflanzen, wie Bogenhanf und Alocasia. Hier weist der Belag auf einen Kalküberschuss in der Erde hin, der Blattchlorose verursachen kann. Dann hilft eine andere Gieß- oder Düngepraxis besser, als eine Behandlung gegen Schimmel.

Blumenerde im Blumentopf schimmelt – was tun?
Im frühen Stadium von Schimmelbefall muss die betroffene Pflanze nicht unbedingt umgetopft werden. So lösen Sie das Problem:
Schritt 1: Schimmelige Erdschicht abtragen
Entfernen Sie die weiße Schicht mit einem Löffel oder einer kleinen Handschaufel. In der Regel reicht es, wenn Sie die oberen 1-3 cm der Blumenerde beseitigen und im Hausmüll entsorgen.
Anschließend füllen Sie den Topf mit frischer Blumenerde auf, die Sie idealerweise mit Kokoserde mischen, die keine Mikroorganismen enthält.
Schritt 2: Blumenerde antrocknen lassen
Bevor Sie die Pflanze das nächste Mal gießen, lassen Sie die obere Erdschicht fühlbar trocknen. Das gelingt am besten mit einer Fingerprobe. Hierzu stecken Sie den Zeigefinger oder Daumen 2-3 cm tief in die Erde. Erst wenn Sie in diesem Bereich keine Feuchtigkeit mehr ertasten, kann die Pflanze gegossen werden.
Schritt 3: Staunässe beseitigen
Kontrollieren Sie, ob sich im Pflanztopf Wasser angesammelt hat. Hierzu heben Sie den Topf an und warten, ob Wasser aus den Abzugslöchern läuft.
Steht im Untersetzer oder Übertopf das Wasser, wird es ausgegossen. Bedecken Sie den Boden von Untersetzer oder Übertopf mit einer Schicht aus Blähton. Damit wird verhindert, dass angesammeltes Wasser durch die Kapillarkräfte wieder in den Wurzelballen aufsteigt und Staunässe verursacht.
Schritt 4: Sand ausstreuen
Eine wirksame Vorbeugung gegen erneute Schimmelbildung ist feinkörniger Sand. Streuen Sie eine dünne Sandschicht auf die frisch nachgefüllte Blumenerde. In Kombination mit einer sparsameren Wasserversorgung dürfte damit die Gefahr eines erneuten Befalls gebannt sein.

Wann sollte man eine Pflanze mit Schimmel umtopfen?
Die folgenden Indizien zeigen an, dass nur ein zeitnahes Umtopfen eine Pflanze mit Schimmelbefall retten kann:
- der Schimmel kehrt immer wieder,
- die Blumenerde ist großflächig mit Schimmel bedeckt,
- die Topferde ist triefend nass,
- das Substrat riecht unangenehm modrig oder faulig,
- die Pflanze schwächelt.
Ziehen Sie die Pflanze aus dem Topf, schütteln die Erde ab und betrachten die Wurzeln. Gesunde Wurzeln sind – je nach Pflanzenart – grün, hell oder beige. Faulende Wurzeln sind erkennbar an einer dunkelbraunen Farbe, fühlen sich matschig an und verströmen einen üblen Geruch. Schneiden Sie die beschädigten Wurzeln ab mit einem scharfen, desinfizierten Messer. Außerdem reinigen Sie den Blumentopf gründlich mit heißem Wasser. Anschließend topfen Sie die Pflanze in frische, lockere Blumenerde über einer Drainage aus Blähton oder Tonscherben.

Schimmel auf Blumenerde vorbeugen – 7 Tipps
- 1. Blumenerde im Sack trocken, kühl und regengeschützt lagern.
- 2. Pflanzen nur in Töpfe mit Abzugslöchern einpflanzen.
- 3. Vor dem Eintopfen den Gefäßboden mit einer Drainage bedecken.
- 4. Blumenerde mit einer dünnen Sandschicht bestreuen.
- 5. Die Erdoberfläche gelegentlich vorsichtig lockern.
- 6. In Untersetzern und Übertöpfen kein Wasser stehen lassen.
- 7. Topfpflanzen erst gießen nach einer Fingerprobe.
Häufig gestellte Fragen
Muss man schimmelige Blumenerde wegwerfen?
Nicht unbedingt. Ein leichter, flaumig-weißer Pilzbelag kann durch natürliche Mikroorganismen entstehen. Bei starkem Schimmelbefall, fauligem Geruch oder triefend nassem Substrat sollte die Erde dagegen ausgetauscht werden.
Kann eine Pflanze durch Schimmel in der Blumenerde eingehen?
Der Schimmel an sich stellt keine ernsthafte Bedrohung für eine Pflanze dar. Allerdings ist schimmelige Erde ein wichtiges Indiz für gravierende Staunässe. Permanent nasse Füße verursachen Wurzelfäule, die ohne sofortige Gegenmaßnahmen zu einem Totalausfall führt.
Warum schimmelt Blumenerde im Winter besonders häufig?
Lichtmangel und niedrigere Temperaturen senken im Winter den Wasserbedarf von Zimmerpflanzen. Wird unverändert weitergegossen, bleibt die Erde länger feucht, sodass pilzliche Schimmelsporen leichtes Spiel haben.
Kann man schimmelige Blumenerde noch zum Umtopfen verwenden?
Blumenerde mit stellenweise schimmeligem Belag und normalem Geruch kann normalerweise noch verwendet werden. Idealerweise sterilisieren Sie vorher das Substrat im Backofen oder in der Mikrowelle. Abstoßend modrig riechendes, schmierig-nasses Topfsubstrat sollte man besser ersetzen.
Ist weißer Belag auf der Blumenerde Schimmel oder Kalk?
Ein weicher, flaumiger oder fadenartiger Belag spricht eher für Schimmelbildung. Ein trockener, harter und krustiger Belag besteht häufig aus den Ablagerungen von Kalk oder Düngesalzen.
Fazit: Schimmelige Blumenerde im Sack und Topf ist nicht automatisch verdorben
Entdecken Sie einen weißen Belag auf der Blumenerde im Sack oder Topf, besteht zunächst kein Grund zur Panik. Häufig handelt es sich um harmlose Pilzorganismen, die organisches Material zersetzen. Indem Sie den Sack auskippen, die Erde durchharken und einige Zeit lüften, ist die Blumenerde verwendbar.
Ist eine Topfblume betroffen, lohnt sich ein Blick auf die Pflege: Dauerhaft feuchte Erde, Staunässe und schlechte Belüftung sind die häufigsten Ursachen für hartnäckige Schimmelbildung. Bei leichtem Befall genügt es, die obere Erdschicht zu entfernen, sparsamer und nur nach einer Fingerprobe zu gießen.
Kommt der Schimmelbelag dagegen penetrant zurück, riecht die Erde faulig oder treten an der Pflanze Schäden auf, ist zeitnahes Umtopfen die beste Lösung für das Problem.
Quellen: Gütegemeinschaft Substrate für Pflanzen, Schimmel auf Blumenerde und Feey.at, Schimmel auf der Erde und Wikipedia.org, Saprophyten und Schimmelpilze und Bio-Gaertner.de, Blumenerden



