Naturschutz Alpenblumen

5 seltene Vögel mit Bildern am Südufer Zeller See

24. Februar 2024
Die Bekassine ist zeitweise zu Gast im WiesenKönigReich am Zeller See
Die Bekassine ist zeitweise zu Gast im WiesenKönigReich am Zeller See

Das erste Grüner-Daumen-Video Mitte Februar lässt nur erahnen, welche Vielfalt seltener Pflanzen und Tiere im Naturschutz Zeller See Südufer einen Rückzugsort gefunden haben. Damit wir die kleinen Naturjuwelen auf den nächsten virtuellen Entdeckungsreisen erkennen, stelle ich Ihnen hier 5 seltene Bodenbrüter mit Bild vor, die sich alljährlich im WiesenKönigReich einfinden.

Seltene Bodenbrüter am Zeller See Südufer

Die weitläufige, ebene Wiesenlandschaft ist Heimat oder Rastplatz für 87 Vogelarten, von denen europaweit 20 Arten als bedroht eingestuft werden. Willkommen zu Kurzinfos mit Bild über 5 der seltensten Bodenbrüter im WiesenKönigReich am Südufer von Zell am See:

Schafstelze (Motacilla flava)

Die Schafstelze ist eine Vogelart mit zahlreichen Unterarten aus der Familie der Stelzen und Pieper (Motacillidae). Leibspeise von Schafstelzen sind Fliegen. Auf der Jagd laufen die 15 cm langen Vögelchen mit zierlichen Schritten und wippendem Bürzel umher. Brutzeit ist zwischen Mai und Juni. Ihr Nest bauen Schafstelzen gut versteckt direkt auf dem Boden. Das Weibchen legt 5 bis 6 Eier, die 2 Wochen lang bebrütet werden. Flugfähig sind die Küken nach 17 Tagen.

Hält diese Schafstelze Ausschau nach geeignetem Bodengrund für den Nestbau?

Quellen: Wikipedia, hier Schafstelze und wiesenkoenigreich.at, hier Brutvögel im Detail/Schafstelze. Foto didier aires, Pixabay.

Braunkehlchen (Saxicola rubetra)

Markenzeichen von Braunkehlchen sind die orangegelbe Kehle und Brust sowie ein weißer Streifen über den Augen. Auf dem Speiseplan stehen Insekten, deren Larven, Spinnen, kleine Schnecken und Würmer. Die 15 cm kleinen und 20 g leichten Singvögel brüten in Altgrasstreifen am Südufer vom Zeller See, gut versteckt in einer Bodenmulde. Brutzeit ist von Mai bis September. Die Weibchen legen 4 bis 7 Eier blaugrüne Eier, die 14 Tage bebrütet werden. Nach weiteren 14 Tagen verlassen die Küken das Nest und sind innerhalb von 3 bis 4 Tagen flügge.

Braunkehlchen gelten als stark bedroht.

Quellen: Wikipedia, hier Braunkehlchen, wiesenkoenigreich.at, hier Brutvögel im Detail/Braunkehlchen. Foto Kathy Büscher, Pixabay

Bekassine (Gallinago gallinago)

Die extrem seltene Bekassine wird auch Sumpfschnepfe genannt, denn sie gehört zur Familie der Schnepfenvögel (Scolopacidae). Von 25 cm Körperlänge entfallen satte 5,5 bis 7,5 cm auf den Schnabel. Leider wurden die drosselgroßen Bodenbrüter seit Jahren nicht mehr beim Brutgeschäft im WiesenKönigReich gesichtet. Immerhin ist das Naturschutzgebiet ein wichtiger Rastplatz für die Zugvögel auf ihrer langen Reise ab Juli zu den Winterquartieren im Mittelmeerraum bis zum Äquator und im Frühjahr zurück. Im weichen, nassen Wiesenboden am Südufer kann eine Bekassine wunderbar mit ihrem langen Schnabel nach Nahrung stochern. Krebstiere, Weichtiere, Regenwürmer, aber auch Insekten und Sämereien sind ihre Lieblingsspeise.

Bekassine
Die Bekassine ist schwer zu finden.

Quellen: Wikipedia, hier Bekassine, Wiesenkönigreich, hier Brutvögel im Detail/Bekassine. Foto Thomas Sapieha, Flickr.

Wachtelkönig (Crex crex)

Der Wachtelkönig ist ein 25 cm großer Zugvogel mit langen Beinen und einer schlanken Figur. Sein botanischer Name Crex Crex simuliert seinen unverwechselbaren Ruf, dem er den Zweitnamen Wiesenknarrer zu verdanken hat.

Jedes Jahr im Mai verlässt der Wachtelkönig seine Überwinterungsgebiete in Südostafrika, fliegt im Naturschutz Zeller See Südufer ein und beginnt sein Brutgeschäft. Der weiche Wiesenboden und die hohen Gräser sind dafür ideal. Ein Gelege enthält 6 bis 19 Eier. Nach 16 bis 19 Tagen schlüpfen die Küken. Die Nestflüchter werden 3 bis 4 Tage gefüttert, anschließend 34 bis 38 Tage von der Mutter geführt und dann als voll flugfähige junge Wachtelkönige ins Leben entlassen. Gejagt wird ausschließlich hüpfend und laufend am Boden mit einer besonderen Vorliebe für Heuschrecken, Käfer, Schnaken und andere Insekten mit Blättern und Sämereien als Beilagen.

Herr Kurt Krimberger hatte das seltene Glück, einen Wachtelkönig vor die Linse zu bekommen.

Quellen: NABU Deutschland, hier Steckbrief Wachtelkönig, Wiesenkönigreich, hier Brutvögel im Detail/Wachtelkönig.

Kiebitz (Vanellus vanellus)

Sein schönster Schmuck ist das metallisch schimmernde grün-graue Gefieder mit violett-blauen Schulterflecken. Darunter trägt der taubengroße Kiebitz einen weißen Bauch mit einem schwarzen, scharf abgegrenzten Brustband. Die zweizipfelige Haube wird Holle genannt. Kiebitz-Weibchen tragen ein schlichteres Federkleid. Der Watvogel aus der Familie der Regenpfeifer (Charadriidae) ist berühmt für seine spektakulären Balzflüge, die Sie sich hier in einem Video des NABU ansehen können.

Für das Jahr 2024 ist der Kiebitz beim Naturschutzbund (NABU) Deutschland zum Vogel des Jahres ernannt worden. Die Erklärung des NABU für die Entscheidung können Sie hier nachlesen. Lange Zeit glänzt der Kiebitz am Zeller See Südufer durch Abwesenheit. Es mehren sich die Anzeichen, dass der wunderschöne Zugvogel bald sein Brutgeschäft im WiesenKönigReich aufnimmt. Dann werden die beiden Elternteile etwa 28 Eier gemeinsam bebrüten, bis die Nestflüchter schlüpfen und innerhalb weniger Stunden das Nest verlassen. In den ersten 5 Wochen führen die Altvögel ihren Nachwuchs zu den besten Futterplätzen, bis die jungen Kiebitze flügge sind.

Mit seinem Prachtkleid und spektakulären Flugmanövern möchte ein Kiebitz die Dame seines Herzens beeindrucken.

Quellen: NABU Deutschland, hier Vogelporträt Kiebitz, Wiesenkönigreich, hier Wiesenbrüter. Foto Hans, Pixabay

Akut gefährdet oder vom Aussterben bedroht

Bis auf die Schafstelze sind alle Vögel dieser Übersicht in Deutschland und Österreich akut gefährdet. Die Bekassine ist gar in beiden Ländern vom Aussterben bedroht. Quellen dieser besorgniserregenden Meldungen sind das Rote-Liste-Zentrum mit Artensuchmaschine in Deutschland sowie Greenpeace Österreich und BirdLife Österreich.

Fazit

Zum Naturschutzgebiet Zeller See Südufer machen sich im Bergfrühling die 5 seltenen Bodenbrüter Schafstelze, Braunkehlchen, Bekassine, Wachtelkönig und Kiebitz auf den Weg. Das WiesenKönigReich eignet sich perfekt für das Brutgeschäft auf dem Wiesenboden, inmitten hoher Gräser. Das Grüner-Daumen-Video von Mitte Februar war der erste Schritt, um einige der seltenen Vögel, Insekten, Amphibien und Pflanzen im Bild einzufangen. Begleitend zu den nächsten Bergfrühling-Videos kommen an dieser Stelle weitere Steckbriefe mit Bildern dazu, wie zum Klappertopf und Gefleckten Knabenkraut.

didier aires, Kathy Büscher, Pixabay. Thomas Sapieha, Kurt Krimberger auf Flickr. Allen Fotografen vielen Dank!

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