Alpenpflanzen

Trollblume Steckbrief mit Bildern und Garten-Tipps

12. März 2024
In den Alpen ist die Trollblume heimisch.
In den Alpen ist die Trollblume heimisch.

Bergwanderern zaubert die Trollblume ein Lächeln ins Gesicht, wenn Sie inmitten von Almenwiesen mit leuchtend gelben Blüten prahlt. Lernen Sie hier im Steckbrief die Europäische Trollblume (Trollius europaeus) kennen. Anmerkungen und Bilder vermittelten vertiefendes Wissen über die seltene Alpenblume. Eingestreute Tipps geben Hinweise auf den idealen Standort im Garten. Die folgende Lektüre im Schnelldurchlauf sollten Sie sich nicht entgehen lassen.

Eine ganze Wiese voller Trollblumen
Gelbe Blütenpracht mit Trollblumen.

Kurzfassung

Die Trollblume (Trollius europaeus) ist eine aufrechte, unverzweigte Alpenpflanze mit leuchtend gelben Blüten und einer Wuchshöhe von 20 cm bis 60 cm. Blütezeit ist von Mai bis Juli. Die Blüten sind anfangs kugelig und werden langsam schalenförmig. Früchte sind Kapseln mit sehr feinen Samen. Samen sind Kaltkeimer und Dunkelkeimer. In den Alpen gedeihen Trollblumen in Feuchtwiesen bis 3000 üNN. Am schönsten blühen die Sommerblumen am vollsonnigen Standort mit feuchter, nährstoffreicher Erde und dem pH-Wert von 6,5 bis 7,5. Diese Standort-Präferenzen lassen sich auf den Hausgarten anwenden. Trollblumen-Blätter sind grundständig gesägt handförmig mit 5 Abschnitten. Jeder Abschnitt ist gesägt dreilappig. Trotz strenger Schutzmaßnahmen gilt die Trollblume als gefährdet. Verwendungs-möglichkeiten von Trollblumen sind die Uferbepflanzung am Teich und Bachlauf sowie die Kultivierung im Kübel und Blumenkasten.

Eine Trollblumen-Kolonie im lichten Wald.
Solange die Bäume kein Laub tragen, blühen Trollblumen auch im Wald.

Trollblume Steckbrief

PflanzenfamilieHahnenfußgewächse (Ranunculaceae)
Gattung mit 30 ArtenTrollblumen (Trollius)
Name der ArtTrollblume (Trollius europaeus)
SynonymeButterblume, Goldköpfchen
VorkommenEuropa, Schwerpunkt Alpen bis 3000 m üNN
Standort-PräferenzenFeuchtwiesen, volle Sonne, kalkarm, nährstoffreich
Wuchsartsommergrüne, krautige Staude, aufrecht, unverzweigt, horstig
Wuchshöhe20 cm bis 60 cm
Blüteendständig, kugelig später schalenförmig
BlütezeitMai bis Juli
Blütenfarbeleuchtend gelb
Blatttief handförmig, 5 fiederschnittige Abschnitte, 6-15 cm
FruchtBalgfrucht, geschnäbelt
SamenKaltkeimer, Dunkelkeimer
Winterhärtewinterhart
Giftigkeitschwach giftig
Statusgefährdet
VerwendungTeichufer, Wildblumenwiese, Naturgarten, Kübel, Kasten
Quellen: Wikipedia, hier Trollblume Beschreibung Ökologie-Seite.de, hier Trollius europaeus, Baumschule Horstmann, hier Europäische Trollblume
Trollblumen in einer Wiese am Berghang vor einer Bergkulisse.
Trollblumen sind auf Almwiesen zu entdecken.

Trollblume Steckbrief-Anmerkungen, Bilder, Garten-Tipps

Name der Art, Synonyme

Die Trollblume ist die einzige Art der Gattung Trollblumen, die in Europa vorkommt. Ihr märchenhafter Name hat nichts zu tun mit Riesen oder Zwergen. Vielmehr leitet sich der Name Trollblume her vom althochdeutschen Wort „trol“ für „kugelrund“ oder vom lateinischen „trullus“ für rundes Schöpfgefäß.

Quelle: Wikipedia, hier Trollblume Etymologie und Loki-Schmidt-Stiftung, hier Blume des Jahres 1995

Vorkommen, Standort-Präferenzen

Seit ihre Lebensräume schrumpfen, zieht sich die Trollblume immer weiter ins Gebirge zurück. Früher war die Alpenblume auch im Tal auf Feuchtwiesen anzutreffen. Heute muss man schon gehörig aufsteigen, um sich an den Blüten zu erfreuen. Die Standort-Präferenzen von Trollblumen sagen viel aus über den besten Standort in Ihrem Garten:

Vollsonnige Lage

Feuchter bis sumpfiger Boden, wenig durchlässig

Schwach saurer bis neutraler pH-Wert von 6,5 bis 7,5

Quellen: Baumschule Horstmann, hier Europäische Trollblume und Ökologie-Seite.de, hier Trollius europaea und Pflanzen-Koelle.de, hier „Den pH-Wert im Boden messen“.

Ein kleiner Horst Trollblumen steht mit anderen Alpenpflanzen am Gebirgsbach
Die Trollblume liebt den feuchten Standort am Gebirgsbach.
Fragezeichen visualisieren dem Leser, dass eine grüner-daumen-zwischenfrage folgt.

Grüner-Daumen-Zwischenfrage: Ist die Trollblume bienenfreundlich?

Die einzige heimische Wildform der Gattung Trollblumen ist eine gehaltvolle Bienenweide. Haupt-Bestäuber sind kleine, schlanke Insekten, wie Schwebfliegen, einige Wildbienen und Käfer. Zum Dank für die Bestäubung schenkt die Trollblume reichlich Nektar und Pollen aus. Daher wird der Alpenblume von Bienen-Experten der Nektar- und Pollenwert 3 (von 4) attestiert.

Quellen: Naturadb, hier Europäische Trollblume und Bienenroute.de, hier Trollius europaeus

Diese Hummel weiß wohl nicht, dass sie nicht zu den Trollblumen-Bestäubern gehört.

Blüte

Die anfangs kugelige Blüte besteht aus 10 bis 15 Blütenhüllblättern, die wie Kronblätter gelb gefärbt sind. Weil diese Blätter extrem gekrümmt sind entsteht die anfängliche Kugelform der Blüte. Erst allmählich öffnen sich die Blütenblätter und geben den Blick frei auf zahlreiche Staubblätter. Am Ende dieses Prozesses ist die Trollblume kaum wiederzuerkennen. Die Blütenkugel hat sich in eine Blütenschale verwandelt, wie wir die Butterblumen des Sommers kennen.

Quelle: Wikipedia, hier Trollblume Generative Merkmale und Naturadb, hier Europäische Trollblume

Blüten-Ökologie

Mit einem genialen Trick der Evolution sucht sich die Trollblume ihre bevorzugten Bestäuber aus. Die Blütenkugel hat nur einen winzigen Eingang, den lediglich Schwebfliegen, Käfer und andere kleine Nektarsammler passieren können. Hummeln, Honig- und Wildbienen verschaffen sich allerdings mit brachialer Gewalt Zutritt, was für die Trollblume nicht gut ausgeht. Aus einem weiteren Grund ist die Strategie riskant. Die wichtigen Bestäuber der Fliegengattung Chiastochaeta legen ihre Eier in den Fruchtknoten ab. Die Larven ernähren sich von den Samen. Schwedische Forscher fanden heraus, dass eine Trollblume höchsten sechs geschlüpfte Fliegenlarven verkraftet. Bei einer größeren Anzahl wird aus dem „Nutzen durch Bestäubung“ ein „Fressschaden“.

Quellen: Wikipedia, hier Trollblume Ökologie und Loki-Schmidt-Stiftung, hier Blume des Jahres 1995

Ein Käfer quetscht sich zwischen den geschlossenen Blütenblättern einer Trollblume ins Innere.
Hier quetscht sich ein Käfer zwischen die engen Blütenblätter einer Trollblume.

Blatt

Eine europäische Trollblume bildet grundständige Blätter mit der typischen Form für Hahnenfußgewächse. Die tief handförmige Grundform ist aufgeteilt in fünf gesägte Abschnitte. Diese sind ihrerseits dreilappig gesägt. Einige wenige Stängelblätter sitzen direkt auf dem unverzweigten Stängel und sind dreilappig gesägt. Bereits während der Blütezeit sterben die grundständigen Blätter ab.

Quellen: Wikipedia, hier Trollblume Vegetative Merkmale und Loki-Schmidt-Stiftung, hier Blume des Jahres 1995

Eine Bildcollage mit Bildern von Blüten, Blättern und Früchten einer Trollblume.
Die Blätter einer Trollblume sind schmückendes Beiwerk zur Blütenpracht.

Giftigkeit

Die Trollblume enthält ein Alkaloid, das für Menschen und Tiere giftig ist. Ein absichtlicher oder unabsichtlicher Verzehr in größeren Mengen kann Durchfall, Übelkeit, Erbrechen bis hin zu Kreislaufbeschwerden verursachen. Weidevieh und Pferde wittern den giftigen Inhaltsstoff und meiden Trollblumen konsequent. Wichtiger Hinweis für HobbygärtnerÜ50: Der Kontakt mit dem Pflanzensaft von Trollblumen kann Hautreizungen verursachen.

Quelle: Botanikus, hier Trollblume

Ein Hase sitzt in einer Blumenwiese mit Trollblumen und blickt in die Ferne.
Der Hase lässt klugerweise die Trollblumen in der Wiese links liegen.

Status

Bereits in 1995 war die Trollblume „Blume des Jahres 1995“, weil die Loki-Schmidt-Stiftung auf die Bestandsgefährdung aufmerksam machen wollte. Heutzutage wird Trollius europaeus beim Rote-Liste-Zentrum als gefährdet klassifiziert. Trollblumen sind in Deutschland und Österreich streng geschützt.

Quelle: Rote-Liste-Zentrum, hier Artensuchmaschine Trollius europaeus

Ein kleiner Horst mit Trollblumen vor der Bergkulisse.
Hoffentlich haben diese Bilder nicht schon bald Seltenheitswert.

Verwendung

Trollblumen zieren den Uferbereich am Gartenteich mit ihren gelben Blüten. Am Rand eines Bachlaufs setzen sich die Sommerblumen dekorativ in Szene. Schön zur Geltung kommen die Alpenblumen in einer Wildblumenwiese, die gerne auch im Flachland liegen darf. Auf der sonnigen Seite einer Laubhecke leuchten die gelben Blütenkugeln schon von ferne dem Betrachter entgegen. BalkongärtnerÜ50 pflanzen Trollblumen im Kübel oder Blumenkasten.

Grüner Daumen - Gartenblog von Gudrun Theissen

Grüner-Daumen-Tipp: Ein Blumenkasten auf vier Beinen und mit Selbstbewässerung ist die ideale Lösung für durstige Trollblumen. Bestseller bei Amazon ist der Blumenkasten mit Füßen, den man in verschiedenen Größen kaufen kann.

Fazit

Damit die Trollblume Einzug hält in den Garten, sollte ein vollsonniger Platz mit feuchter, kalkarmer Erde vorhanden sein. Diese Rahmenbedingungen simulieren die Standorte einer Trollius europaeus in den Feuchtwiesen der Alpen. Wenn die Lebensräume der ohnehin gefährdeten Trollblume weiter schrumpfen, werden Höhenlagen in den Bergen und Hobbygärten zur letzten Bastion einer wunderschönen Alpenpflanze.

Hans bei Pixabay, Klaus Müller, Giuliano Da Zanche,

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