Seine erhabene Statur und malerische Krone bildet der Bergahorn (Acer pseudoplatanus) von allein. Im Garten wird der Rübezahl unter der Ahornarten oftmals zu groß. Dann dürfen Hobbygärtner die Schere zücken, um das Wachstum in seine Schranken zu verweisen. Die geringe Schnittverträglichkeit erfordert eine gute Planung und vorsichtige Schnittführung. Dieser Ratgeber erklärt, wie Sie einen Bergahorn richtig schneiden. Auf geht’s!
Das Beitragsbild ist von Clément Proust

Kurzfassung
Im Sommer ist von Ende Juni bis Mitte August die beste Zeit, einen Bergahorn in Form zu schneiden. An zu langen Ästen schneiden Sie den diesjährigen Zuwachs zurück. Überhängende Triebe leiten Sie ab auf einen Seitenzweig. Von Oktober bis Dezember ist die beste Zeit für einen Auslichtungsschnitt und einen Verjüngungsschnitt. Dicke Äste schneiden Sie nach der 3-Schnitt-Methode auf Astring ab.

Bild von Markus5367 – CC BY-SA 4.0
Bergahorn wann schneiden?
Der beste Zeitpunkt für den Rückschnitt eines Berg-Ahorns (Acer pseudoplatanus) liegt im Sommer (Ende Juni bis Mitte August).
Warum im Hochsommer schneiden?
- Kein Bluten: Der Wurzeldruck und der hydrostatische Überdruck aus dem Frühjahr sinken auf ein niedriges Niveau. Die Schnittwunden nässen kaum.
- Schnelle Wundheilung: Der Bergahorn trägt sein volles Blätterkleid und betreibt sehr aktiv Photosynthese. Darum bildet sich das wichtige Wundholz (Kallusrinde) besonders schnell und schottet die Schnittwunden ab gegen Pilze und Fäulnis.
- Ausgewogenes Wachstum: Ein Sommerschnitt drosselt einen zu starken Neuaustrieb, der zumeist mit der Bildung unzähliger, dürrer Triebe verbunden ist.
Alternative Zeitfenster & Tabus
- Spätherbst (Oktober bis November): Sobald das Laub abgefallen ist und starker Frost noch nicht eingesetzt hat. Doch Vorsicht: In milden Wintern kann der Saftdruck schon im Dezember ansteigen.
- Unbedingt vermeiden (Januar bis Mai): Im Spätwinter und Frühjahr setzt der Saftdruck spätestens ein. Schnitte in dieser Phase verursachen starkes „Bluten“, was die Wundheilung massiv beeinträchtigen kann.
Ein Blick in den Bergahorn Steckbrief führt vor Augen, warum im Frühsommer sein Saftfluss kurze Zeit zur Ruhe kommt. Dann ist die Blütezeit beendet und die Fruchtreife steht erst am Anfang.

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Ist „Bluten“ für den Bergahorn gefährlich?

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Bergahorn in Form schneiden: Anleitung
Mit einem Jahreszuwachs von bis zu 100 cm kann der Bergahorn im Garten schnell zu groß werden. Der Sommerschnitt drosselt nicht nur das Wachstum, sondern sorgt auch für ein gepflegtes, formschönes Erscheinungsbild. So schneiden Sie richtig:
- Vogelschutz: Vor Beginn der Schnittarbeiten wird die Baumkrone auf bewohnte Vogelnester kontrolliert. Wer fündig wird, verschiebt den Formschnitt auf den Herbst, bzw. bis die Küken ausgeflogen sind.
- Rückschnitt: An zu langen, aus der Kronenform ragenden Ästen den diesjährigen Zuwachs um ein Drittel, die Hälfte oder komplett zurückschneiden. Dabei die Schere knapp über einem Blatt oder einer Knospe ansetzen.
- Ableitungsschnitt: Überhängende Zweige auf einen vitalen Seitenzweig ableiten, damit kein Loch im Kronenbild entsteht.

Bergahorn alle paar Jahre auslichten
Alle 5 bis 10 Jahre sollte man einen Bergahorn Spätherbst von seinem Totholz befreien. Das ist sinnvoll, weil die abgestorbenen Äste Schatten werfen auf die Knospen am lebenden Holz. Aufgrund des Lichtmangels treiben dort keine Blätter mehr aus, woraufhin die Krone verkahlt. So schneiden Sie einen Bergahorn richtig:
- Vorbereitung: Schneidwerkzeug schärfen und desinfizieren, Handschuhe und Sicherheitsbrille anziehen (Amazon).
- Auslichten: Totholz auf Astring abschneiden. Dicke Äste absägen mit einer Klappsäge, z. B. der Mossy Oak 3 in 1 Handsäge (Amazon).
- Ungünstige Äste entfernen: Ins Kroneninnere wachsende Zweige wegschneiden. Von zwei parallelen Trieben den schwächeren ohne langen Stummel entfernen. Umgeknickte Zweige zurückschneiden bis ins gesunde Holz.
Im naturnahen Garten obligatorisch ist eine gründliche Untersuchung der Krone auf pelzige oder gefiederte Wintergäste. Vor allem die Höhlen im Stamm des Bergahorns werden gerne von Siebenschläfern und Eichhörnchen genutzt für die Überwinterung. Gegebenenfalls wird der Auslichtungsschnitt vertagt, bis die Schlafmützen ausgezogen sind.

Dicke Äste nach der 3-Schnitt-Methode auslichten
Mit einer bewährten Schnittführung in 3 Schritten können Sie verhindern, dass ein dicker Ahorn-Ast durch sein Eigengewicht das unten abbricht und dabei großflächig Rinde vom Stamm abreißt. So einfach geht es:
1. Entlastungsschnitt von unten: Im Abstand von 20-30 cm vom Stamm sägen Sie den Ast von der Unterseite ausgehend um ein Drittel ein.
2.Trennschnitt von oben: Versetzen Sie die Säge um 5-10 cm nach außen und sägen den Ast komplett ab. 👉 Der Ast bricht kontrolliert ab, ohne Schäden an der Rinde zu verursachen.
3. Finaler Glattschnitt am Astring: Sägen Sie den verbliebenen Zapfen knapp über dem Astringwulst von oben nach unten ab.
Typische Fehler vermeiden
- Bündiger Schnitt (Stammschnitt): Schneidet man den Wulst bündig vom Stamm ab, wird dabei die Abschottungszone beschädigt, sodass sich kein Wundholz bilden und die Schnittwunde überwallen kann.
- Kleiderhaken (zu langer Stummel): Zu lange Stummel faulen langsam zurück. So entsteht für pilzliche Erreger eine willkommene Angriffsfläche.
- Rindenabriss: Bei Ästen ab ca. 3 cm Durchmesser niemals in einem einzigen Schnitt von oben nach unten sägen – immer die 3-Schnitt-Methode nutzen.
Was ist ein Astring?

Grüner-Daumen-Tipp: Bergahorn-Äste ab 4 cm Durchmesser meistern Sie mit der der klappbaren Zen Japansäge von Hardtwerk. Äste bis 15 cm sind ein Fall für die Seesii Akku Mini-Kettensäge. Mit einer Fiskars Bypass Teleskop-Schneidgiraffe gelingt der Rückschnitt bis in 6 m Höhe ohne waghalsige Kletterpartien. Alle Schneidwerkzeuge sind bei Amazon erhältlich.

Bild von theCCLC – CC BY-SA 2.0
Alten Bergahorn verjüngen: Anleitung
Ohne einen gelegentlichen Schnitt bildet der Bergahorn eine bis zu 20 m breite, unförmige Krone. Ein dichtes Geflecht aus vergreisten, kahlen und dürren jungen Zweigen macht einen normalen Form- und Auslichtungsschnitt unmöglich. Das ist kein Grund, den majestätischen Baum zu roden. Ein radikaler Verjüngungsschnitt in drei Etappen löst das Problem.
- Bester Zeitpunkt: Kurz nach dem Laubfall von Oktober bis November.
- Auslichten: Jedes Jahr jeweils in einem 1/3 der Baumkrone verkahlte Äste und das Totholz entfernen. Zusätzlich alle Seitentriebe im oberen Kronenbereich am Ansatz abschneiden, die mindestens halb so dick wie der Baumstamm sind. Astgabeln auflösen, indem man den schwächeren von zwei parallelen Ästen absägt.
- Rückschnitt: Innerhalb des ausgelichteten Kronendrittels alle Triebe um die Hälfte zurückschneiden, stark überhängende Äste durch Ableitung einkürzen. Unterhalb der gewünschten Kronenhöhe befindliche Triebe kurz vor der Rinde abschneiden.
- Düngen: Nach jeder Verjüngungsetappe versorgen Sie den Bergahorn mit einem organischen Dünger.
Der Verjüngungsschnitt bewirkt im jeweiligen Kronendrittel einen kräftigen Austrieb, wie man es vom starkwüchsigen Bergahorn gewohnt ist. Das hat den Vorteil, dass sich genügend Triebe bilden für den neuen Kronenaufbau. Ab dem zweiten Jahr unterziehen Sie das verjüngte Kronendrittel einem Sommerschnitt, der das Wachstum beruhigt. Am Ende der Verjüngung mündet für den alten Bergahorn die Schnittpflege in einen gelegentlichen Auslichtungsschnitt im Winter und Formschnitt im Sommer.
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