In meiner Serie „Alpenkräuter für den Garten“ steht heute der Gelbe Steinklee (Melilotus officinalis) im Mittelpunkt – ein ökologisches Juwel mit herausragenden Vorteilen für die Natur und unsere Gesundheit. Mit seinen zartgelben, bienenfreundlichen Blüten, seinem honigsüßen Duft und seiner legendären Heilkraft gehört Honigklee zu den wertvollsten Alpen- und Wiesenkräutern, die auch im Garten gedeihen. In diesem Ratgeber erfahren Sie alles über die Heilwirkung und den Anbau von Echtem Steinklee mit Tipps für die idealen Pflanzpartner.
Alles Wichtige über den Gelben Steinklee
✅ Heilwirkung: durchblutungsfördernd, entzündungshemmend, krampflösend, schmerzstillend.
✅ Blütezeit: Juni bis Oktober.
✅ Samen: Kühlkeimer, Lichtkeimer
✅ Standort: sonnig
✅ Boden: trocken, kalkhaltig, sandig-lehmig bis steinig.
✅ Eigenschaften: ungiftig, winterhart, bienenfreundlich, zwei- bis mehrjährig, anspruchslos.
✅ Öko-Bonus: Nektar- und Pollenwert 4/4, reichert den Boden mit Stickstoff an.
✅ Verwendung: Bauerngarten, Steingarten, Alpinum, Heilpflanze, Gründüngung, Küchengewürz.
📸 Gelber Steinklee Bilder
Gelber Steinklee Blütenstand
Von AnRo0002 – gemeinfrei

Ist Gelber Steinklee eine Heilpflanze?
Ja, schon im antiken Griechenland war der Gelbe Steinklee als Heilpflanze bekannt. In der modernen Phytotherapie wird er vor allem für seine durchblutungsfördernde Wirkung geschätzt, die auf dem Hauptwirkstoff Cumarin beruht. Das ist ein natürlich vorkommender, aromatischer Pflanzenstoff, der erst beim Verwelken des Steinklees freigesetzt wird, was an dem süßen Duft nach Vanille, Honig und Heu zu erkennen ist. Weitere Steinklee Inhaltsstoffe sind Saponine, Gerbstoffe, Flavonoide und ätherische Öle.
☘️ Wesentliche Heilwirkungen von Gelbem Steinklee:
- durchblutungsfördernd
- entzündungshemmend
- abschwellend
- leicht krampflösend
☘️ Traditionelle Verwendung von Steinklee als Heilkraut
- Venenbeschwerden: Er fördert den Rückfluss des Blutes und hilft bei schweren, geschwollenen Beinen (chronisch venöse Insuffizienz).
- Lymphfluss: Der Steinklee regt den Lymphabfluss an und wirkt so gegen Ödeme (Wassereinlagerungen).
- Prellungen & Verstauchungen: Äußerlich als Umschlag lindert er Entzündungen, Gelenkschmerzen und fördert die Heilung von Blutergüssen.
Weitere Anwendungsbereiche sind chronische Bronchitis, Migräne, Kopfschmerzen, Magenschmerzen, Rheuma und Wunden.
☘️ Äußerliche und innerliche Anwendungen
Gelber Steinklee wird zumeist äußerlich angewendet in Form von Salben, Auflagen, Kräuterkissen und Pflastern zur Behandlung von Schwellungen, Entzündungen und Wunden.
Innerlich als Tee wird Gelber Steinklee empfohlen gegen Bronchitis, Durchblutungsstörungen, Migräne und zur Verbesserung der Lymphzirkulation.
DIY-Rezept: Steinklee Salbe gegen müde Beine
⚠️ Nebenwirkungen bei Steinklee Anwendungen
Bitte beachten: In einer zu hohen Dosierung wird Cumarin giftig. Es kann zu Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit kommen. Aber auch die Einnahme zu großer Mengen der übrigen Inhaltsstoffe, vor allem Gerbstoffe, kann quälende Nebenwirkungen verursachen, wie Magenschmerzen und Verstopfung.
Darum sprechen Sie vor der Anwendung von Echtem Steinklee mit Ihrem Arzt, Apotheker oder Heilpraktiker. Für Kinder unter 12 Jahren, schwangere und stillende Mütter ist die Anwendung von Steinklee als Heilpflanze nicht geeignet.

Gelber Steinklee Steckbrief

Bild von Matt Lavin from Bozeman – CC BY-SA 2.0
☀️ Gelber Steinklee Standort & Boden
Als robuste Pionierpflanze besiedelt Gelber Steinklee in den Alpen kalkhaltige Lagen, wie sonnige Trockenwiesen, karge Felshänge, selten gemähte Böschungen und steinreiche Wegränder. Darum kategorisieren Botaniker ihn als Zeigerpflanze für Trocknis, Kalk und Nährstoffarmut. Aus diesen Angaben lassen sich Rückschlüsse ziehen für den richtigen Standort und Boden für den Anbau von Steinklee im Garten:
▪️Lichtverhältnisse: vollsonnig bis absonnig mit mindestens 6 Sonnenstunden täglich währen der Blütezeit.
▪️Bodenbeschaffenheit: trocken, kalkhaltig, nährstoffarm, durchlässig, lehmig-sandig bis steinig.
▪️Reaktion: neutraler bis kalkhaltiger pH-Wert von 6,5 bis 8,0.
▪️Ideale Standorte: Steingärten, Trockenmauern, Wildblumenwiesen, felsige Hangbeete, Kräuter- und Apothekergärten.
Nicht als Standort geeignet sind schattige Lagen mit staunasser, nährstoffreicher und saurer Erde. Hier bieten sich andere Alpenkräuter als Alternative an, wie Bach-Nelkenwurz (Geum rivale), Mehlprimel (Primula farinosa) und Alpen-Mannstreu (Erygium). Trocken und sauer mag es auch die Bärentraube (Arctostaphylos uva-ursi), eine legendäre, alpine Heilpflanze gegen Blasenentzündungen.

Boden verbessern für Steinklee – Tipps
Anstatt auf alternative Pflanzen zurückzugreifen, können Sie die Gartenerde verbessern und auf die Wünsche des Steinklees anpassen. In frischen bis feuchten Boden arbeiten Sie pro qm 3-4 l Sand ein. Grober Sand ist auch der beste Bodenhilfsstoff, um schwere, nährstoffreiche Erde abzumagern. Die Durchlässigkeit optimieren Sie mit feinkörnigem Kalksplitt und Kies. Einen sauren pH-Wert heben Sie mit einer guten Portion Gartenkalk in den alkalischen Bereich.

Bild von Krzysztof Ziarnek, Kenraiz – CC BY-SA 4.0

Gelber Steinklee Aussaat – Anleitung
Die beste Zeit für die Aussaat ist im Frühjahr von Februar bis Mai. Steinklee Samen sind Licht- und Kühlkeimer, die bei Temperaturen von +5 Grad bis +10 Grad Celsius bessere Keimergebnisse erzielen. So machen Sie es richtig:
✅ Bodenvorbereitung: Bereiten Sie ein unkrautfreies, sandig-lockeres Saatbeet vor.
✅ Aussaat: Mischen Sie die Samen mit Sand und streuen sie breitwürfig aus.
✅ Andrücken, gießen: Drücken Sie die Lichtkeimer nur an und befeuchten die Erde mit feiner Brause.
Halten Sie das Saatbeet konstant leicht feucht und zupfen das Unkraut regelmäßig aus. Zu eng stehende Steinklee-Keimlinge mit mindestens 4 Blättern können Sie auf einen Abstand von 25-30 cm vereinzeln. Das verbessert die Luftzirkulation und beugt Mehltau vor.
💡Als zwei- bis mehrjährige Staude gehört Gelber Steinklee zu den Hemikryptophyten (siehe Wikipedia). Das bedeutet, dass er im ersten Jahr eine tiefe Pfahlwurzel und oberflächennahe Erneuerungsknospen bildet. Im zweiten Jahr blüht er dann zum ersten Mal. Nach einer sehr frühen Aussaat bestehen gute Chancen auf eine Blütezeit im ersten Jahr.


Steinklee pflanzen – Anleitung
Die beste Pflanzzeit für pflanzfertig gekauften Echten Steinklee ist im Frühling von März bis Mai und im Herbst von September bis Oktober.
1. Wurzeln tränken: Stellen Sie den Topfballen für einige Minuten in Wasser, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen.
2. Bodenvorbereitung: Graben Sie für den Tiefwurzler den Boden spatentief um, lockern die Erde und mischen Sand oder Kalksplitt unter.
3. Pflanzung: Die ideale Pflanzgrube für eine Steinklee Jungpflanze ist doppelt so groß, wie der Wurzelballen. Ziehen Sie den Topf vom wassergetränkten Ballen, setzen ihn bis zu den unteren Blättern in die Erde und gießen an, aber vermeiden Sie Staunässe.
4. Pflanzabstand: Der richtige Pflanzabstand für Gelben Steinklee beträgt 25-30 cm.
Konkurrenzschwacher Gelber Steinklee ist dankbar, wenn eine dünne Mulchschicht das Unkraut unterdrückt. Gut geeignet sind anorganische Materialien, wie Sand, Kies oder Splitt.

Bild von Neueinfo4321 – CC BY-SA 4.0

Pflegeanleitung für Gelben Steinklee
1️⃣ Gießen ist nur bei längerer Trockenheit erforderlich.
2️⃣ Gelben Steinklee nicht düngen. Als Leguminose reichert er den Boden selbst mit Stickstoff an.
3️⃣ Rückschnitt ist nicht erforderlich. Für die Selbstaussaat lässt man die verwelkten Blüten stehen.
4️⃣ Echter Steinklee ist frosthart und braucht keinen Winterschutz.
5️⃣ Krankheiten und Schädlinge an Melilotus officinalis sind selten. Gelegentlich auftretende Blattläuse kann man mit der bewährten Kernseifen-Lösung bekämpfen. Ein wirksames Hausmittel gegen Mehltau auf den Kleeblättern ist eine Mischung aus Vollmilch und Wasser.
✂️ Steinklee ernten und trocknen
Erntezeit für Echten Steinklee als Heilpflanze und Küchenkraut ist von Juni bis zum Ende der Blüte. Bester Zeitpunkt ist am Vormittag, wenn der Morgentau getrocknet ist. Als Schneidwerkzeug eignet sich am besten eine scharfe, desinfizierte Kräuterschere. So ernten Sie Steinklee richtig:
Beim Trocknen entsteht der typische, süßliche Duft nach frischem Heu, wenn das heilkräftige Cumarin freigesetzt wird.

Bild von DiAuras – CC BY-SA 4.0
Schöne Pflanzpartner für Steinklee
Der Gelbe Steinklee (Melilotus officinalis) ist ein echter Teamplayer, der nicht gerne alleine wächst. In alpinen Wildblumenwiesen bildet er mit anderen Naturschönheiten eine lebendige Gemeinschaft, die sich gegenseitig ergänzt und Insekten anzieht. Seine Pflanzpartner auf dem obigen Bild sind:
- Heimische Wegwarte (Cichorium intybus) mit himmelblauen, bienenfreundlichen Blüten von Juni bis Oktober.
- Rainfarn (Tanacetum vulgare), eine wertvolle Insektenweide, traditionelle Heilpflanze und herrliche Duftpflanze mit gelben Blüten von Juni bis Oktober.
- Alpen-Lichtnelke (Lychnis alpina), die im Sommer mit ihren bienenfreundlichen, rosaroten Blüten dekorative Akzente setzt.
- Die weißen Doldenblüten gehören zur Wilden Möhre (Daucus carota), einer heimischen Heil- und Gemüsepflanze, sowie eine gehaltvolle Bienenweide und Raupenfutterpflanze.
⛰️ Ideen für weitere Pflanzpartner mit Alpenflair
Die folgenden Alpenkräuter lieben ebenfalls sonnige, magere, kalkhaltige Böden und streben nicht danach, den Gelben Steinklee zu verdrängen:
- Alpenmohn (Papaver alpinum), der ideale Bodendecker für Steinklee mit gelben Schalenblüten von Mai bis September.
- Goldrute (Solidago alpestris), die legendäre Heilpflanze bei Blasenleiden mit gelber Blütenpracht von Juli bis Oktober.
- Echter Enzian (Gentiana clusii): seine leuchtend blauen Glockenblüten kontrastieren eindrucksvoll mit gelben Steinklee Blüten.
- Edelweiß (Leontopodium alpinum), unverzichtbar für die alpine Gartengestaltung mit filzig-weißen Blüten im Sommer.
- Tausendgüldenkraut (Centaurium erythraea) komplettiert die Pflanzengemeinschaft mit rosa Blüten von Juni bis September und lindert als Heilkraut Magenschmerzen und Verdauungsprobleme.
In Kombination mit Federgras (Stipa pennata) erzeugen Sie ein malerisches Gartenbild mit der filigranen Leichtigkeit des Alpensommers.

Bild von I, Rosenzweig – CC BY-SA 3.0

Fazit
Der Gelbe Steinklee (Melilotus officinalis) ist ein robustes, sehr pflegeleichtes Alpenkraut mit überragenden ökologischen und heilkundlichen Qualitäten. Er gedeiht auf kargen Böden, lockt zahlreiche Insekten an und wird seit Jahrhunderten zur Unterstützung der Venenfunktion eingesetzt. Auch als Gründüngung macht sich Steinklee gerne nützlich, denn seine tiefen Wurzeln reichern den Boden mit Stickstoff an. Gemeinsam mit Rotklee (Trifolium patrense), Alpen-Hornklee (Lotus alpinus) und Wundklee (Anthyllis vulneraria) bildet Echter Steinklee das Dream-Team für den Alpengarten.
Quellen: Wikipedia.org, Gelber Steinklee und Cumarin und Naturadb.de, Echter Steinklee und Saatgut-Vielfalt.de, Echter Steinklee Saatgut und Oekologie-Seite.de, Melilotus officinalis und Heilkraeuter.de, Honigklee
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