Das Ochsenauge (Buphthalmum salicifolium), auch Goldmargerite genannt, bringt die Leichtigkeit sonniger Bergwiesen direkt in den Garten – robust, genügsam und voller Leben. Sommerliches Highlight sind seine leuchtend gelben Blüten von Mai bis September. Dank seiner hohen Trockenheitsverträglichkeit eignet sich das Weidenblättrige Ochsenauge besonders gut für das Alpinum, den Steingarten und naturnahe Beete. Zudem ist es eine wertvolle Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In diesem Ratgeber erfahren Sie Schritt für Schritt, wie Sie das Ochsenauge richtig pflanzen und pflegen – für ein langlebiges, blühendes Stück Alpenlandschaft im eigenen Garten.
Das Wichtigste in Kürze
✅ Standort: Sonne
✅ Boden: Trocken bis frisch, durchlässig, mager, kalkhaltig
✅ Eigenschaften: Winterhart, bienenfreundlich, trockenheitsverträglich, ungiftig
✅ Samen: Normalkeimer
✅ Besonderheit: Sehr lange Blütezeit vom Frühling bis zum Spätsommer.
✅ Verwendung: Alpinum, Steingarten, Wildblumenwiese, Bauerngarten, Topf, Schnittblume

Bild von Aah-Yeah – CC BY 2.0
Weidenblättriges Ochsenauge Steckbrief
📸 Ochsenauge Blume Bilder – So sieht das Buphthalmum salicifolium aus.
Ochsenauge Einzelblüte
Ochsenauge Blätter
Habitus des Ochsenauges
Das Ochsenauge kann man auch im Kübel halten.
Bilder v.l.n.r. von C T Johansson – CC BY-SA 3.0 und Patrick Hacker – CC BY 4.0 und Udo Schmidt – CC BY-SA 2.0
☀️ Ochsenauge Standort & Boden
In den Alpen wächst das Weidenblättrige Ochsenauge auf Kalk-Magerrasen, an Waldrändern und sonnigen, steinigen Berghängen. Je besser der Standort im Garten die natürlichen Rahmenbedingungen nachahmt, desto üppiger und blütenreicher das Wachstum.
Nicht als Standort geeignet sind schattige Plätze mit staunasser, nährstoffreicher und saurer Erde. Für diese Lagen sind andere Alpenkräuter besser geeignet, wie das Sumpf-Blutauge (Potentilla palustris) und die Bach-Nelkenwurz (Geum rivale).

Boden verbessern für das Weidenblättrige Ochsenauge – Tipps
Im Zweifel können Sie die Gartenerde verbessern und auf die Ansprüche des Ochsenauges abstimmen. In nassen Boden arbeiten Sie pro qm 3-4 l groben Sand oder feinen Kalksplitt ein und erzielen so eine bessere Durchlässigkeit. Die Zugabe von Sand reduziert außerdem den Nährstoffgehalt in schwerem Lehmboden.
Mit Lackmuspapier (Amazon) ermitteln Sie in wenigen Sekunden den pH-Wert des Gartenbodens. Ergibt der Test einen sauren pH-Wert < 6,5, mischen Sie Rasen- oder Gartenkalk unter die Erde.

Bild von Apollonio Tottoli – CC BY-NC-ND 2.0

Ochsenauge Aussaat – Anleitung
Beste Zeit für die Direktsaat ins Gartenbeet ist von April bis September, denn Buphthalmum salicifolium Samen sind Lichtkeimer undNormalkeimer. So gehen Sie richtig vor:
- Samen mit Sand mischen und breitwürfig ausstreuen auf einer unkrautfreien, feinkrümeligen Erde.
- Lichtkeimer – nicht mit Erde bedecken, höchsten samendick mit Sand übersieben.
- Leicht andrücken, mit feiner Brause gleichmäßig feucht halten und regelmäßig Unkrautjäten.
- Bei +20 Grad Celsius beträgt die Keimzeit 14-21 Tagen.
- Keimlinge mit mindestens 4 Blättern verziehen auf einen Abstand von 30-35 cm.

Grüner-Daumen-Tipp: Mit einem engmaschigen Gemüsenetz schützen Sie das Saatbeet vor pickenden Vögeln und gefräßigen Nacktschnecken.
🌱 Weidenblättriges Ochsenauge kann man vorziehen
Ab Ende Februar können Sie das Ochsenauge auf der Fensterbank vorziehen und im Frühling auspflanzen. Schonend für die Pfahlwurzeln sind biologisch abbaubare Anzuchttöpfe aus Zellulose, die Sie später mit den Jungpflanzen in die Gartenerde setzen. Ideale Anzuchtsubstrate sind ungedüngte Kokosfasererde oder die Compo Grow Organic Light-Mix Erde (Amazon). Streuen in jedes Töpfchen einige Samen, drücken die Lichtkeimer nur an und gießen mit zimmerwarmem Wasser aus dem Gloria Sprühgießer (Amazon). Eine transparente Haube, z. B. eine Plastiktüte, begünstigt die Keimung am hellen, warmen Fensterplatz.


Bild von Julia Kruse – CC BY-SA 3.0


Weidenblättriges Ochsenauge pflanzen – Anleitung
Die beste Pflanzzeit ist im Frühling von April bis Mai oder im Herbst von September bis Oktober. Als Solitär setzt sich die alpine Goldmargerite ebenso dekorativ in Szene, wie als Gruppe oder Teil einer Pflanzengesellschaft. So pflanzen Sie das Alpenkraut in 5 Schritten richtig:
1. Wurzeln tränken: Stellen Sie den Wurzelballen mit Topf für einige Minuten in normales, kalkhaltiges Wasser.
2. Bodenvorbereitung: Graben Sie für den Tiefwurzler den Boden Zwei-Spaten tief um und lockern die Erde mit der Harke. Als Drainage mischen Sie Sand, Splitt oder feinen Kies unter den Aushub. In sehr magerer Gartenerde geben Sie noch eine Handvoll Hornspäne als Startdüngung dazu.
3. Pflanzung: Das perfekte Pflanzloch hat das doppelte Volumen des Wurzelballens. Setzen Sie den ausgetopften, wassergetränkten Wurzelballen so tief ein, dass sich der obere Rand knapp unter der Erdoberfläche befindet. Gießen Sie durchdringend an, aber vermeiden Sie Staunässe.
4. Pflanzabstand: Der richtige Abstand für eine Ochsenauge Pflanze beträgt 30-35 cm. Für ein flächendeckendes Wachstum setzen Sie pro m² 8 bis 10 Jungpflanzen.
5. Mulchen: Wenn Sie die Wurzelscheibe mit einer dünnen Mulchschicht aus Sand oder Kalksplitt bedecken, bleibt die Erde länger feucht. Das ist wichtig, denn Trockenstress ist die häufigste Ursache, wenn Goldmargeriten nicht anwachsen.


Ochsenauge Pflege – Die 5 besten Tipps
Das Weidenblättrige Ochsenauge zählt zu den besonders pflegeleichten Alpenkräutern.
1️⃣ Gießen nur bei Bedarf
Ein gut angewachsenes Ochsenauge versorgt sich über seine tiefe Pfahlwurzel selbst mit Wasser. Darum ist Gießen nur bei längerer Trockenheit nötig. Lassen Sie das Wasser direkt auf die Wurzelscheibe laufen, denn nasse Blätter sind anfällig für Mehltau. Es ist besser, ein- bis zweimal wöchentlich durchdringend zu gießen, statt täglich in kleinen Mengen.
2️⃣ Ochsenauge nicht düngen.
Das Weidenblättrige Ochsenauge erhält keinen Dünger. Ein Überschuss an Nährstoffen fördert das Wachstum der Blätter und beeinträchtigt die Blühfreudigkeit. In sauren Böden mit einem pH-Wert < 6,5 ist die Alpenstaude dankbar für eine Portion Gartenkalk im Frühling.
3️⃣ Rückschnitt verlängert die Ochsenauge Blütezeit
Wenn Sie am Ochsenauge nach der Hauptblüte um ein Drittel zurückschneiden, erscheint im Oktober oftmals eine schöne Nachblüte. Im zeitigen Frühjahr schneiden Sie die abgestorbene Staude bodeneben zurück und machen so den Weg frei für einen frischen Austrieb.
4️⃣ Ochsenauge Pflanze benötigen keinen Winterschutz.
In seinem alpinen Lebensraum hat das Weidenblättrige Ochsenauge gelernt, bei klirrendem Frost zu überleben. Darum ist auch in Gartenkultur kein Winterschutz erforderlich.
5️⃣ Kaum Krankheiten und Schädlinge am Ochsenauge
Am richtigen Standort ist die Goldmargerite widerstandsfähig gegen Krankheiten und Schädlinge. Häufigstes Problem ist Wurzelfäule infolge von Staunässe durch zu kräftiges Gießen. Der Schaden ist irreversibel. Betroffene Pflanzen sollte man ausgraben und entsorgen. In Gärten mit einem hohen Schneckenaufkommen schützt ein Schneckenkragen die Ochsenauge Pflanze vor Kahlfraß.


Bild von GT1976 – CC BY-SA 4.0


Ochsenauge kombinieren – Ideen für gute Nachbarn
Die idealen Begleitpflanzen für das Weidenblättrige Ochsenauge bevorzugen ebenfalls einen sonnigen, mageren, kalkhaltigen und überwiegend trockenen Standort. Lassen Sie sich von den folgenden Tipps inspirieren für eine authentische, alpine Pflanzenkombination:
Pflanzpartner für dekorative Farbkontraste
🔹Alpen-Edelweiß (Leontopodium alpinum) erstrahlt mit weiß-filzigen Blüten von Juni bis September.
🔹Die Berg-Flockenblume (Centaurea montana) sorgt mit blauen Fransenblüten neben dem Ochsenauge für ein gelb-blaues Blütenmärchen auf Augenhöhe.
🔹Wenn sich die Alpen-Prachtnelke (Dianthus superbus subsp. alpestris) mit ihren fedrigen Blüten zur Goldmargerite gesellt, zieht das alpine Traum-Duo alle Blicke auf sich.
Schöne Bodendecker als Unterpflanzung
🔹Alpen-Gänsekresse (Arabis alpina) bildet immergrüne Bodenpolster mit weißen Blüten von März bis September.
🔹Echter Alpen-Enzian (Gentiana clusii) liegt dem Ochsenauge mit leuchtend blauen Blüten dekorativ zu Füßen.
🔹Die immergrüne Silberwurz (Dryas) wird 15 cm hoch und blüht im Sommer mit weißen, bienenfreundlichen Schalenblüten.
Nachbarn für die elegante Ton-in-Ton Gestaltung mit Ochsenaugen
🔹Alpenmohn (Papaver alpinum) blüht von Mai bis September mit großen, gelben Schalenblüten, die verführerisch duften.
🔹Trollblumen (Trollius europaeus) passen mit kugeligen, gelben Blüten wunderschön zu den gelben Ochsenaugenblüten.
🔹Mit seinen silbrig schimmernden, fächerförmigen Blättern und dekorativen gelben Blüten ergänzt sich der Alpen-Frauenmantel (Alchemilla alpina) perfekt mit der Goldmargerite.



Grüner-Daumen-Gestaltungstipp: In Kombination mit filigranen Ziergräsern, wie dem Zarten Federgras (Stipa tenuissima), entsteht mit Goldmargeriten im Garten ein natürlicher Look, der an blühende Almwiesen erinnert.


Bild von C T Johansson – CC BY-SA 3.0


Häufig gestellte Fragen
Ist das Ochsenauge bienenfreundlich?
Ja, das Ochsenauge Buphthalmum salicifolium ist eine bienenfreundliche Alpenblume. Neben Honigbienen fliegen 65 Wildbienen-Arten die nektarreichen Blüten an. Davon haben sich 5 Arten auf den Pollen spezialisiert, wie die stark gefährdete Flockenblumen-Langhornbiene (Eucera dentata). Außerdem sind die gelben Körbchenblüten für 25 Schwebfliegen-Arten ein beliebtes Anflugziel.
Ist das Weidenblättrige Ochsenauge giftig?
Nein, das Weidenblättrige Ochsenauge ist nicht giftig. Im Gegenteil sind die leuchtend gelben Zungenblüten essbar und werden in der naturnahen Küche gerne als dekorative Zutat für kalte und warme Speisen verwendet.
Ist das Weidenblättrige Ochsenauge eine Heilpflanze?
Nein, das Weidenblättrige Ochsenauge ist nicht als Heilpflanze bekannt. Es sind andere alpine Korbblütler, die traditionell als Naturheilpflanze verwendet werden, wie die Echte Goldrute (Solidago alpestris), die Blasen- und Nierenbeschwerden lindert.
Sollte man das Ochsenauge düngen?
Nein, das Weidenblättrige Ochsenauge bevorzugt magere Böden. Darum sollte man die Alpenblume nicht düngen. Die gute Verträglichkeit nährstoffarmer Erde leistet einen wichtigen Beitrag zur Konkurrenzfähigkeit des Ochsenauges gegenüber Pflanzpartnern, die sie überwuchern wollen.
Wann blüht das Ochsenauge?
Das Weidenblättrige Ochsenauge blüht von Mai bis September. Nach einem Rückschnitt der verwelkten Blütenstängel überrascht die Alpenblume gerne mit einer hübschen Nachblüte im Herbst.
Quellen: Wikipedia.org, Weidenblättriges Ochsenauge und Naturadb.de, Buphthalmum salicifolium und Pflanzen-Vielfalt.de, Ochsenauge Saatgut und Jelitto.com, Ochsenauge und Oekologie-Seite.de, Buphthalmum salicifolium und Baumschule-Horstmann.de, Goldmargerite
Als Amazon Partnerin verdiene ich mit qualifizierten Verkäufen.





