Insekten im Garten

Können Libellen stechen?

26. Juni 2024
Libellen sind wunderschöne, friedliebende Insekten.
Libellen sind wunderschöne, friedliebende Insekten.

Hartnäckig kursiert das Gerücht, Libellen könnten stechen und beißen. Bezeichnungen, wie „Teufelsnadel“ und „Pferdetod“ machen die Runde. Das sorgt für Verunsicherung im Familiengarten und unterwegs, wenn sich die Wege mit Libellen kreuzen. Dieser Ratgeber lüftet den Schleier aus Irrtümern, der harmlose Libellen umgibt. Auf geht’s!

Kurzfassung

Können Libellen Menschen stechen?

Libellen können nicht stechen. Die Insekten besitzen lediglich einen stumpfen Legebohrer und keinen spitzen Wehrstachel, wie Bienen, Wepsen und Hummeln. Libellen beißen nicht, weil sie Menschen weder als Feinde noch als Beute betrachten. Ein in höchster Not geöffnetes Mundwerkzeug, verursacht lediglich ein leichtes Zwicken auf der Haut. Außerdem haben Libellen keine Giftdrüsen und sind daher ungiftig.

Libellen hat ihr langer Unterleib viele fatale Gerüchte eingebrockt.

Libellen stechen nicht

Libellen (Odonata) sind Insekten der Superlative, mit atemberaubenden Fähigkeiten. Stechen gehört nicht dazu. In der Tat ist am Ende des Hinterleibes ein imposanter Stachel zu erkennen. Wer sich nicht auskennt, den versetzt dieser Anblick in Angst und Schrecken. Schon unsere Vorfahren waren überzeugt davon, dass so große Stachel viel gefährlicher sein müssen, als kleine Wespen- oder Bienenstachel. Höchste Zeit, diesen Irrtum aus der Welt zu schaffen. Folgende Tabelle bringt auf den Punkt, warum Libellen im Vergleich zu anderen Insekten nicht stechen:

LibellenWespenBienenHummeln
Stachel-Formstumpfspitzspitzspitz
Stachel-FunktionLegebohrerWehrstachelWehrstachelWehrstachel
Giftdrüse Ja/NeinNeinJaJaJa

Eine Verkettung unglücklicher Fehlannahmen trug der Libelle den Zweitnamen „Teufelsnadel“ ein. Jedermann ist bekannt, dass ein Bienen- und Wespenstich sehr schmerzhaft sein kann. Einen Hummelstich begleiten ebenfalls tagelange Beschwerden. Riesigen Libellen mit unübersehbarem Stachel wird der Stempel gefährlicher Monster-Insekten aufgedrückt. Die Realität vermittelt uns ein vollkommen anderes Bild.

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Libellen sind Pazifisten

Eine braune Libelle sitze auf einer Weizenähre und reckt ihren Legebohrer in die Höhe.
Was aussieht wie ein riesiger Stachel, ist in Wirklichkeit ein Legebohrer.

Der Stachel am Ende des segmentierten Abdomens heimischer Libellen-Arten dient ausschließlich der Eiablage. Fernerhin ist dieser Pseudo-Stachel stumpf, sodass von einer Nadel nicht die Rede sein kann. Die korrekte Bezeichnung lautet Legebohrer. Es handelt sich um ein Werkzeug zur Fortpflanzung, indem befruchtete Eier in weiches Substrat im oder am Wasser platziert werden. Diese Aufgabe fällt den Weibchen zu. Männliche Libellen haben am Ende ihres Hinterleibs eine kleine Greifzange, mit deren Hilfe sie ein Weibchen bei der Paarung festhalten können.

Zwei blau-schwarze Libellen bei der Paarung auf einem Pflanzenblatt.
Bei der Paarung hält das Männchen seine Partnerin mit einer Greifzange am Ende seines Hinterleibs fest.

Ein stumpfer Legebohrer kann menschliche Haut nicht durchdringen, selbst wenn die Libelle es wollte. Allerdings liegt dem schillernd bunten Hubschrauber eine derartige Absicht fern. Desgleichen trachten die gutmütigen Insekten keinesfalls Pferden nach dem Leben. Die Bezeichnung „Pferdetod“ gehört folglich ins Land der Fabeln. Libellen zählen zu den Pazifisten im Insektenreich, geprägt durch ein freundliches und scheues Gemüt.

Bienen, Wespen und Hummeln hatten vormals auch einen Legebohrer

Eine Hummel sitzt auf einem Pflanzenblatt und hebt ihr mittleres Bein als Drohgebärde.
Wer diese Drohgebärde einer Hummel nicht ernstnimmt, bekommt einen spitzen Wehrstachel zu spüren, der früher ein Legebohrer war.

In grauer Vorzeit besaßen Wespen, Bienen und Hummeln ebenfalls einen stumpfen Legebohrer. Allerdings hatte die Evolution mit dem Fortpflanzungswerkzeug dieser Insektenkategorie andere Pläne. Im Verlauf der Entwicklung verwandelte sich der Legebohrer in einen spitzen, giftigen Wehrstachel. Aus diesem Grunde besitzen ausschließlich Königinnen und Arbeiterinnen im Bienenvolk einen Stachel, den unvorsichtige Menschen gelegentlich zu spüren bekommen. Männchen haben das Nachsehen. Drohen verfügten zu keiner Zeit über einen Legebohrer oder einen Wehrstachel. Allerdings können die Männchen überzeugend seine Existenz simulieren.

Fragezeichen visualisieren dem Leser, dass eine grüner-daumen-zwischenfrage folgt.

Grüner-Daumen-Zwischenfrage: Ist es gefährlich, wenn Libellen sich rütteln?

Nein, der Rüttelflug von Libellen ist kein Angriff. Libellen sind waghalsige Luftakrobaten. Ausgerechnet ihre beeindruckenden Flugkünste sind Ursprung eines weit verbreiteten Irrtums. Einige Libellenarten erreichen Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 50 km/h und können aus vollem Flug schlagartig abbremsen. Rüttelnd verharren die Insekten in der Luft, um mit ihren furiosen Facettenaugen die Umgebung zu betrachten. Auf diese Flugtechnik greifen schaulustige Libellen gerne zurück, um einen menschlichen Revier-Besucher aus der Nähe zu inspizieren. Leider wird der geniale Rüttelflug von vielen Menschen als Angriff missverstanden, gefolgt von fatalen Gegenreaktionen, sehr zum Leidwesen der neugierigen Libellen.

Können Libellen Menschen beißen?

Nein, Libellen können Menschen nicht wirklich beißen. Allerdings knacken Libellen mit ihrem kräftigen Mundwerkzeug nahezu jeden Insektenpanzer. In der Tat sitzen im Oberkiefer spitze Zähne mit scharfen Schneiden, die jedes Beutetier mühelos zermahlen. Diese soliden Kiefer sind die Quelle des Mythos von aggressiven Libellen, die schlecht gelaunt nach Menschen Ausschau halten, um sie zu beißen. Richtig ist: Libellen beißen nicht. Warum das so ist, erklären folgende Zusammenhänge:

Menschliche Haut ist zu dick für ernsthafte Verletzungen durch Libellen-Zähnchen.

Mundwerkzeuge von Libellen dienen primär der Nahrungsaufnahme.

Nur in höchster Not verwenden Libellen ihren Kiefer zur Verteidigung.

Aus Sicht ihrer Facettenaugen sind Menschen für Libellen keine Feinde und erst recht keine Beute. Der Mund bleibt folglich fest verschlossen, selbst wenn sich eine müde Libelle zum Ausruhen auf Arm, Hand oder Bein niederlässt. Wer das harmlose Naturjuwel allerdings drückt oder quetscht, darf sich über einen Biss nicht wundern. Ernsthafte Folgen sind nicht zu befürchten. Vielmehr nehmen Betroffene ein leichtes Zwicken wahr, schlagen und wedeln wild herum, bevor sich die vom Menschen schwer enttäuschte Libelle in die Luft erhebt.

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Sind Libellen giftig?

Nein, Gift ist für Libellen ein Fremdwort. Die malerischen Schönheiten besitzen keine Giftdrüsen am Legebohrer, was ohnehin kontraproduktiv wäre in unmittelbarer Nähe zu wertvollen Insekteneiern. Fernerhin injizieren Libellen keine toxischen Stoffe mit ihrem Mundwerkzeug. Direkter Kontakt mit dem schillernden Körper ist für Menschen und Haustiere nicht gefährlich.

Fazit

Hat sich an Libellen der Schleier aus Irrtümern und falschen Verdächtigungen gehoben, kommt ein unschätzbares Naturjuwel zum Vorschein. Libellen können nämlich weder stechen oder beißen, noch sind die eleganten Flugakrobaten giftig. Im Naturgarten leisten Libellen einen kostenlosen Beitrag zur ökologischen Schädlingsbekämpfung. Die geruhsame Kaffeetafel ohne lästige Mücken und Fliegen ist emsigen Libellen im Garten zu verdanken. Fesselnde Schauspiele bieten die farbenfrohen Insekten mit romantischen Hochzeitstänzen und packenden Revierkämpfen. Gute Gründe, einen Libellen- und bienenfreundlichen Garten anzulegen, in dem das von glücklichen Insekten nur so wimmelt.

Quellen: Wikipedia.org, Libellen und Libellenwissen.de, Tödliche Libellen und Libellen.tv, Libellenstich und Gruener-Daumen.at, Können Hummeln stechen und Wikipedia.org, Bienen Der Stachel

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Michael Urban, dMz, Piotr Albanowicz, Engin Akyurt bei Pixabay. Naturgucker bei Flickr. Den Fotografinnen und Fotografen herzlichen Dank!

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