Die Färberkamille (Anthemis tinctoria), auch Färber-Hundskamille genannt, ist eine echte Bereicherung für die alpine Gartengestaltung – robust, trockenheitsverträglich, strahlend gelb und ein Magnet für alles, was summt und brummt. Ihre Heimat sind die sonnigen, steinigen Regionen Europas bis in montane Höhen. Daher passt sie perfekt in Alpinarien, Steingärten und naturnahe Beete. In diesem Ratgeber erfahren Sie praxisbezogen und nachvollziehbar, wie Sie die Färberkamille richtig säen, pflanzen und pflegen.
Bild von enbodenumer – CC BY-NC-SA 2.0
Das Wichtigste in Kürze
✅ Blütezeit: Juni bis Oktober
✅ Giftig? Nein, sondern essbar.
✅ Heilwirkung? Nein, keine Heilpflanze
✅ Standort: Volle Sonne
✅ Boden: Trocken, mager, kalkhaltig, lehmig-sandig, steinig
✅ Eigenschaften: Winterhart, insektenfreundlich, anspruchslos
✅ Samen: Lichtkeimer, Normalkeimer
✅ Besonderheit: Historische Färberpflanze für Baumwolle, Hanf, Leinen.
✅ Verwendung: Alpinum, Steingarten, Wildblumenwiese, Bauerngarten, Bienenweide, Schnittblume
Färberkamille Bilder – So sieht die Färber-Hundskamille aus
Färberkamille Steckbrief
☀️ Der richtige Standort für Färberkamille
In den Alpen wächst die Färberkamille auf sonnendurchfluteten, trockenen Magerrasen, an Wegrändern, auf Ödland und an steinigen Berghängen. Eine besondere Vorliebe zeigt die Alpenblume für humusarme, kalkreiche Steinböden. Der ideale Standort im Garten sollte die natürlichen Rahmenbedingungen möglichst realistisch widerspiegeln:
Nicht geeignet sind schattige Plätze mit feuchter, nasser, nährstoffreicher und saurer Erde. Für diese Lagen empfehlen sich andere Alpenkräuter, wie die ebenfalls gelb blühende Wiesen-Pippau (Crepis biennis), das purpurrote Sumpf-Blutauge (Potentilla palustris) und die heilkräftige Bach-Nelkenwurz (Geum rivale).

Boden verbessern für die Färberkamille – Tipps
Wenn Sie nicht auf alternative Pflanzen zurückgreifen möchten, können Sie die Gartenerde verbessern und so auf die Ansprüche der Färberkamille abstimmen. Feuchter bis nasser Boden gewinnt an Durchlässigkeit, indem Sie pro qm 4-5 l groben Sand oder feinen Kalksplitt einarbeiten. Die Zugabe von reichlich Sand reduziert außerdem den Nährstoffgehalt
Mit Lackmuspapier (Amazon) ermitteln Sie in wenigen Sekunden den pH-Wert des Gartenbodens. Ergibt der Test einen sauren pH-Wert < 6,5, mischen Sie Rasen- oder Gartenkalk unter die Erde.

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Färberkamille Aussaat – Anleitung
Die Färberkamille lässt sich ganz einfach aus Samen ziehen. Sie eignet sich sowohl für die Direktsaat ins Beet als auch für die Vorkultur im Topf. Wichtig zu beachten ist, dass die Alpenblume zu den Lichtkeimern gehört. Liegen die Samen unter einer dicken Erdschicht, findet keine Keimung statt.
- Vorziehen (ab März): In Schalen auf der hellen, nicht vollsonnigen Fensterbank. Samen nur leicht andrücken, nicht mit Erde bedecken. Bei ca. 18–20 °C keimen sie innerhalb von 2 bis 4 Wochen.
- Direktsaat (von April bis August): Direkt ins Freiland auf einen feinkrümeligen Boden. Die Samen mit Sand mischen, ausstreuen, festwalzen oder mit Brettchen andrücken und mit feiner Brause feucht (keinesfalls nass) halten.
Keimlinge mit mindestens 4 echten, gefiederten Blättern über den beiden Keimblättchen verziehen Sie auf einen Abstand von 45 cm.

Grüner-Daumen-Tipp: In humusarmer, magerer Erde bleiben Färberkamillen kompakt und standfest. Zu viele Nährstoffe machen die Stängel weich, sodass sie umknicken. Darum keinen Kompost unter die Saaterde mischen.


Färberkamille pflanzen – Anleitung
Die beste Pflanzzeit ist im Frühling von April bis Juni. Grundsätzlich können Sie selbst gezogene oder gekaufte Jungpflanzen jederzeit einpflanzen, sofern der Boden nicht gefroren ist. So pflanzen Sie die Färber-Hundskamille in 5 Schritten richtig:
1. Wurzeln tränken: Stellen Sie den Topfballen für einige Minuten in normales Leitungswasser.
2. Bodenvorbereitung: Graben Sie für den Herzwurzler den Boden spatentief um, lockern die Erde und mischen Sand oder Kalksplitt unter den Aushub. Nur in sehr karge Gartenerde geben Sie noch eine Handvoll Hornspäne als Startdüngung dazu.
3. Pflanzung: Setzen Sie den ausgetopften, wassergetränkten Wurzelballen in eine etwa doppelt so große Pflanzgrube so tief ein, wie zuvor im Anzuchttopf. Gießen Sie durchdringend an, aber vermeiden Sie Staunässe.
4. Pflanzabstand: Der richtige Abstand beträgt 40-45 cm. Für ein flächendeckendes Wachstum setzen Sie pro m² 4 bis 6 Jungpflanzen.
5. Mulchen: Wenn Sie die Wurzelscheibe dünn mulchen, wird Unkraut unterdrückt und die Erde bleibt länger feucht. Das ist in der Anfangsphase wichtig, denn die Trockenheitsverträglichkeit stellt sich erst ein, wenn sich ein kräftiger Wurzelstock gebildet hat.

Pflegeanleitung für die Färberkamille
Erfolgsgeheimnis der richtigen Pflege einer Färber-Hundskamille ist die Kunst des Weglassens.
1️⃣ Gießen nur bei Bedarf
Ist die Färberkamille erst einmal gut angewachsen, versorgt sie sich selbst mit Wasser. Darum ist Gießen nur bei längerer Trockenheit nötig. Für das Herzwurzelsystem ist es besser, ein- bis zweimal wöchentlich durchdringend zu gießen, statt täglich in kleinen Mengen.
2️⃣ Färberkamille nicht düngen.
Die Wildstaude benötigt keinen Dünger. In sehr mageren Böden im Frühjahr ein wenig Kompost oder Hornspäne einzuarbeiten genügt. Nährstoffbedarf ist zu erkennen an blassen Blattfarben und wenigen Blüten.
3️⃣ Rückschnitt verlängert die Blütezeit
Schneiden Sie die Färberkamille nach der ersten Hauptblüte Ende Juli um ein Drittel zurück. Der Rückschnitt ermuntert die Staude zu einer hübschen Nachblüte im Spätsommer. Im Frühjahr ist die beste Zeit für den bodenebenen Staudenschnitt.
4️⃣ Ochsenauge Pflanze benötigen keinen Winterschutz.
In ihrem alpinen Lebensraum hat die Färberkamille gelernt, bei klirrendem Frost zu überleben. Darum ist in Gartenkultur kein Winterschutz erforderlich.
5️⃣ Krankheiten und Schädlinge sind selten
Am richtigen Standort ist die Färberkamille widerstandsfähig gegen Krankheiten und Schädlinge. Zu häufiges Gießen kann Staunässe und damit Wurzelfäule verursachen. Der Schaden ist irreversibel. Betroffene Pflanzen sollte man ausgraben und entsorgen. In Gärten mit einem hohen Schneckenaufkommen schützen ein Schneckenkragen oder Schneckenzaun die Färber-Hundskamille vor Kahlfraß.

Grüner-Daumen-Tipp: Die Färberkamille ist zwar ausdauernd, aber gelegentlich kurzlebig (3–4 Jahre). Lassen Sie von der Nachblüte einige Samenstände stehen, damit sie sich durch Selbstaussaat am Standort erhalten kann.

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Färberkamille gute Nachbarn
Da die Färberkamille eine echte Sonnenanbeterin ist und trockene, magere Böden liebt, sollten ihre Nachbarn ähnliche Ansprüche haben. Kombinationen aus dem dem strahlenden Gelb der Kamille mit violetten und silbrig blaugrünen Optisch sieht die Kombination aus dem strahlenden Gelb der Kamille und violetten oder blaugrünen Tönen besonders edel aus.
1. Der klassische Farbkontrast (Violett & Blau)
Diese Pflanzen blühen oft zeitgleich und bilden einen wunderschönen Komplementärkontrast zum satten Gelb der Färberkamille:
- Salbei (Salvia): Seine aufrechten, violetten Blütenkerzen kontrastieren eindrucksvoll zu den sternenförmigen Blütenköpfen der Färberkamille.
- Kugeldisteln (Echinops): Ihre stahlblauen Blütenkugeln und silbrig-grünen Fiederblätter setzen anmutige Akzente.
- Lavendel (Lavandula angustifolia): Bildet mit Färberkamille ein gelb-blaues Duett, das die alpine Gartengestaltung mit mediterranem Flair ergänzt.
2. Strukturgeber und Gräser
Gräser bringen Leichtigkeit und Bewegung ins Beet, besonders wenn der Wind durchweht:
- Zartes Federgras (Stipa tenuissima): Die feinen, mähnenartigen Halme umspielen die kräftigen Stängel der Färberkamille und lassen das Beet sehr natürlich wirken.
- Blauschwingel (Festuca glauca): Seine stahlblauen Graspolster passen farblich hervorragend zum gelben Blütenmeer.
3. Ökologisch wertvolle Bodendecker
Erst mit den richtigen Bodendeckern ist der naturnahe bienenfreundliche Alpengarten komplett.
- Alpen-Gänsekresse (Arabis alpina) bildet immergrüne Bodenpolster mit weißen Blüten von März bis September.
- Echter Alpen-Enzian (Gentiana clusii) liegt der Färberkamille mit leuchtend blauen Blüten dekorativ zu Füßen.
- Die immergrüne Silberwurz (Dryas) wird 15 cm hoch und blüht im Sommer mit weißen, bienenfreundlichen Schalenblüten.
Fazit
Die Färberkamille ist eine pflegeleichte, sonnenhungrige Staude für trockene, magere Standorte. Mit ihren leuchtend gelben Blüten bringt sie monatelang Farbe ins Beet und lockt zahlreiche Insekten an – ein echtes Highlight und ökologisches Juwel für naturnahe und alpine Gärten.

Häufig gestellte Fragen
Ist die Färberkamille bienenfreundlich?
Ja, die Färberkamille (Anthemis tinctoria) ist eine wertvolle Bienenweide. Neben Honigbienen fliegen 72 Wildbienen-Arten die nektarreichen Körbchenblüten an. Davon haben sich 11 Arten auf den Pollen und Nektar spezialisiert, wie die stark gefährdete Flockenblumen-Langhornbiene (Eucera dentata) und Standaster-Seidenbiene (Colletes halophilus). Außerdem sind Färberkamillen für 25 Schwebfliegen-Arten ein beliebtes Anflugziel.
Ist die Färberkamille giftig?
Nein, die Färberkamille (Anthemis tinctoria) gilt als ungiftig. Tatsächlich sind ihre gelben Blüten sogar essbar und werden in der naturnahen Küche gerne als dekorative Zutat für kalte und warme Speisen verwendet.
Gedeiht die Färberkamille mehrjährig?
Ja, die Färberkamille ist eine winterharte und mehrjährige Staude. Allerdings wird ihr eine recht kurze Lebensdauer attestiert. Durch fleißige Selbstaussaat sorgt die Alpenblume für kontinuierlichen Nachwuchs im Garten. Hierzu müssen einzig einige der verwelkten Blüten stehen bleiben, damit sich Samen bilden.
Sollte man die Färberkamille düngen?
Nein, die Färberkamille bevorzugt humusarme, magere Böden. Darum sollte man sie nicht düngen. Mit ihrer Vorliebe für karge Erde stärkt die Färber-Hundskamille ihre Konkurrenzfähigkeit, denn sie gedeiht auch dort in voller Pracht, wo die meisten Stauden mangels Nährstoffen ihren Lebensmut verlieren.
Quellen: Wikipedia.org, Färberkamille und Naturadb.de, Anthemis tinctoria und Saatgut-Vielfalt.de, Färberkamille und Oekologie-Seite.de, Anthemis tinctoria und Baumschule-Horstmann.de, Färber-Hundskamille
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