In den Alpen schmückt der majestätische Gilbweiderich (Lysimachia vulgaris) die Ufer rauschender Bäche und stiller Bergseen mit goldgelber Blütenpracht. Darum gilt die heimische Staude als eine hervorragende Wahl für die alpine Gartengestaltung feuchter Standorte, wie dem Ufer von Teich und Bachlauf.
Aber auch als Leitstaude im bienenfreundlichen Naturgarten setzt sich der Gilbweiderich dekorativ in Szene, sehr zur Freude von Bienen, Schmetterlingen und Vögeln. In diesem umfassenden Ratgeber erfahren Sie alles Wissenswerte für die erfolgreiche Aussaat, Pflanzung und Pflege mit Tipps für die Verwendung und schöne Pflanzpartner.

Gilbweiderich Pflege – Kurz & bündig
Der Gilbweiderich (Lysimachia vulgaris) wächst am sonnigen bis halbschattigen Standort mit einem feuchten, durchlässigen, humosen Boden. Staunässe verträgt er nicht. Beste Zeit für die Aussaat der Kühlkeimer ist von März bis Juni. Die Pflege besteht aus Gießen bei Trockenheit, düngen und schneiden im Frühjahr. Winterschutz ist nicht nötig. Eine Pflanzung mit Wurzelsperre verhindert die unkontrollierte Ausbreitung. Die Vermehrung gelingt durch Teilung und Aussaat. Schöne Pflanzpartner sind
📷 Gilbweiderich Bilder – So sieht Lysimachia vulgaris aus
Gilbweiderich Einzelblüte
Lanzettliche Blätter des Gilbweiderichs
Fruchtstände des Gilbweiderichs mit charakteristischen Samenkapseln.
Gilbweiderich Habitus
Bilder v.l.n.r. von Frank Vincentz – CC BY-SA 3.0 und Agnieszka Kwiecień, Nova – CC BY-SA 4.0 und Rasbak – CC BY-SA 3.0 und Malte – CC BY-SA 3.0
Gewöhnlicher Gilbweiderich Steckbrief
☀️ 🌤️ Gilbweiderich Standort & Boden
In seinem natürlichen Lebensraum bevorzugt der Gilbweiderich feuchte Wiesen, lichte Wälder und die Ufer von Gewässern vom Tal bis in alpine Höhenstufen. Diese Standortpräferenzen geben wichtige Hinweise auf die richtigen Rahmenbedingungen im Garten:
Ideale Lichtverhältnisse für den Gilbweiderich
Die Belichtung übt einen unmittelbaren Einfluss auf die Blüten aus. Am sonnigen Standort sind die Blüten größer und goldgelb mit einem roten Schlund. Schattenblüten sind hellgelb, bleiben klein und haben keine rote Basis.
Optimale Bodenbeschaffenheit für Gilbweiderich im Garten
Ihre üppigste Blütenfülle entfaltet der Gilbweiderich in Böden mit diesen Eigenschaften:

Grüner-Daumen-Tipp: Für sumpfige Gartenböden mit dauerhaft stehender Nässe ist der heimische Blutweiderich (Lythrum salicaria) aus der Familie der Weiderichgewächse (Lythraceae) besser geeignet. Die Staude des Jahres 2024 wird ebenso groß, wie der Gilbweiderich, und blüht von Juni bis September mit tiefrosa Blütenkerzen.

Grüner-Daumen-Zwischenfrage: Ist der Gilbweiderich eine Heilpflanze?

Bild von yewchan – CC BY-SA 2.0

Gilbweiderich Aussaat
Von März bis Juni ist die beste Zeit für die Aussaat direkt ins Beet. Die Gilbweiderich Samen sind Kühlkeimer und Lichtkeimer. Temperaturen um 5 Grad erzielen bessere Keimergebnisse, sind aber nicht unbedingt erforderlich.
✅ Bodenvorbereitung: Die Erde im Saatbeet lockern, jäten und mit dem Rechen glatt ziehen – je feinkrümeliger die Erde, desto besser die Keimung.
✅Aussaat: Das Saatgut mit Sand mischen und von Hand streuen oder im Abstand von 40 cm jeweils 2-3 Samen in flache Saatgruben legen. Die Lichtkeimer nur andrücken oder hauchdünn mit Sand übersieben.
✅ Gießen: Das Saatbeet mit feiner Brause gießen.
✅ Schützen: Ein aufgespanntes Gemüsenetz schützt die Samen und Keimlinge vor gefräßigen Nacktschnecken und anderen Schädlingen.
Halten Sie die Erde im Saatbeet leicht feucht, aber vermeiden Sie stehendes Wasser. Zu eng stehende Keimlinge verziehen Sie auf einen Abstand von 40-50 cm, sobald sich über den beiden Keimblättchen 2-4 echte Laubblätter gebildet haben.

Grüner-Daumen-Tipp: Das TTL Garden Frühbeet ist perfekt geeignet für die Anzucht von Alpenkräutern, wie dem Gilbweiderich, Blumen, Gemüse und Stauden. Als Stecksystem ist der Mini-Gewächshaus schnell aufgebaut und kann überall im Garten aufgestellt werden. Erhältlich ist das TTL Garden Frühbeet bei Amazon zum günstigen Preis.

Gilbweiderich vorziehen – So geht es!
Die direkte Aussaat ins Gartenbeet ist in der Regel mit einem Ausfallrisiko von bis zu 50 Prozent belastet. Darum entscheiden sich erfahrene Hobbygärtner für die Anzucht von Gilbweiderich auf der Fensterbank oder im Frühbeet. Schonend für die Wurzeln sind biologisch abbaubare Anzuchttöpfe aus Zellulose (Amazon), die Sie später – ohne vorheriges Umtopfen – mit den Jungpflanzen einpflanzen können. Das ideale Anzuchtsubstrat ist eine lockere, magere Mischung aus Sand und ungedüngter Kokoserde. In jedes Töpfchen drücken Sie 1-2 Samen leicht in die Erde und gießen mit zimmerwarmem Wasser aus dem Gloria Sprühgießer (Amazon).

Bild von Dr Mary Gillham –CC BY 2.0

Gilbweiderich pflanzen – Schritt für Schritt
Die beste Pflanzzeit für winterharte Alpenkräuter, wie der Gilbweiderich, ist im Herbst und Frühjahr. Vorgezogene Jungpflanzen können Sie jederzeit einpflanzen unter der Voraussetzung, dass der Boden nicht gefroren oder ausgedörrt ist.
1. Wurzelballen im Topf wässern (10 Minuten in Wasser stellen).
2. Im Abstand von 40-50 cm Pflanzlöcher ausheben mit dem doppelten Volumen des Topfballens.
3. Als Startdüngung den Aushub vermischen mit Kompost, Hornspänen oder einem Bio-Langzeitdünger.
4. Einen Gilbweiderich so ins Pflanzloch setzen, dass sich die Oberkante des Ballens knapp unter dem Bodenniveau befindet (nicht tiefer!)
5. Das Pflanzloch mit dem gedüngten Aushub auffüllen, die Erde andrücken und durchdringend gießen.
6. Eine dünne Mulchschicht aus Sand, Komposterde oder Laub unterdrückt das Unkraut und hält den Boden länger feucht.

Grüner-Daumen-Tipp: Im kleinen Garten ist es ratsam, die Pflanzlöcher mit einer Wurzelsperre auszukleiden, denn der Gelbweiderich bildet lange Ausläufer und neigt zum Wuchern. Für die Pflanzung am Teichufer eignet sich ein Pflanzkorb, der die Ausbreitung unter Kontrolle hält.


Gelbweiderich im Topf kultivieren – Tipps
Mit einer Wuchshöhe von 40-150 cm ist der Gelbweiderich gut geeignet für die Kultivierung im Kübel. Beste Pflanzzeit ist von April bis Mai. Das ideale Substrat ist eine lockere, torffreie Blumenerde oder Bio-Kräutererde über einer Drainage auf dem Kübelboden. Ein Gießrand verhindert, dass beim Gießen ein Erde-Wasser-Gemisch überschwappt. Gießen Sie die Alpenstaude durchdringend, sobald sich die Erde bei einer Daumenprobe trocken anfühlt. Zwischen den Wassergaben sollte die Erde gut antrocknen, damit keine Staunässe entsteht. Während der Blütezeit geben Sie alle 4 Wochen einen Flüssigdünger ins Gießwasser.

Bild von Wilhelm Zimmerling PAR – CC BY-SA 4.0

Gilbweiderich kombinieren – Tipps für schöne Pflanzpartner
Für eine authentische alpine Gartengestaltung mit dem Gilbweiderich eignen sich primär Alpenpflanzen, die mit seinem Ausbreitungsdrang klarkommen und ebenfalls einen sonnigen bis halbschattigen, feuchten Standort bevorzugen. Spannende Blühaspekte entstehen mit Pflanzpartnern, deren Blütenfarben mit dem leuchtenden Gelb des Gilbweiderichs kontrastieren. Die Kombination mit gleich hohen, mittelhohen und niedrigen Begleitpflanzen erzeugt vor allem im kleinen Garten eine optische Tiefe. Lassen Sie sich von den folgenden Tipps inspirieren:
Begleitpflanzen auf Augenhöhe mit dem Gilbweiderich
✅ Wiesen-Schwertlilie (Iris sibirica): bis 120 cm hoch, blüht von Mai bis Juli mit intensiv blau-violetten Blüten.
✅ Blauer Eisenhut (Aconitum napellus): bis zu 150 cm Höhe und leuchtend blauen Blüten von Juni bis August (Vorsicht: stark giftig).
✅ Großer Wiesenknopf (Sanguisorba officinalis): bis zu 160 cm Höhe, dunkelrote Blütenstände von Juni bis September.
Halbhohe Begleitpflanzen für die mittlere Ebene
✅ Berg-Flockenblume (Centaurea montana) mit blau-violetten, fedrigen Blüten von Mai bis September.
✅ Große Sterndolde (Astrantia major) blüht von Mai bis September mit großen, rosaroten Dolden.
✅ Alpen-Akelei (Aquilegia alpina) mit kunstvoll geformten, blauen oder roten Blüten von Mai bis Juli.
Wurzeldruck-verträgliche Bodendecker
✅ Alpen-Steinbrech (Saxifraga alpina), ein extrem robuster Bodendecker mit weißen oder rosapurpurnen Blüten im Sommer.
✅ Blaukissen (Aubrieta): 5-10 cm hoch, wintergrüner Blätterteppich, blaue oder weiße Blüten von April bis Juni.
✅ Kleinblättriges Immergrün (Vinca minor), dichtes, immergrünes Bodenposter, unverwüstlich, aparte Blüten im Frühling.


Grüner-Daumen-Standort-Check: Gilbweiderich & Lavendel – passt das zusammen?

Gilbweiderich Pflegeanleitung
💧 Gilbweiderich bei Trockenheit gießen
Regelmäßiges Gießen bei Trockenheit ist die wichtigste Pflege für einen Gilbweiderich in Bestform. Damit keine Staunässe entsteht, lassen Sie den Boden zwischen den Wassergaben fühlbar antrocknen. 👉 Selten und durchdringend gießen, ist für den Tiefwurzler mit seinen Ausläufern besser, als täglich in kleinen Mengen.
🌿 Düngen von Gilbweiderich im Garten und Topf
Im Garten ausgepflanzten Gilbweiderich düngen Sie im Frühjahr mit Kompost oder Hornspänen. Als Topfpflanze versorgen Sie die Staude während der Blütezeit alle 4 Wochen mit einem Flüssigdünger.
✂️ Gilbweiderich schneiden
Ein Rückschnitt der verwelkten Blütenstängel ist nur nötig, wenn Sie die Selbstaussaat verhindern möchten. Für den bodenebenen Staudenschnitt ist im zeitigen Frühjahr die beste Zeit. Über den Winter erfüllen die abgestorbenen Blätter zwei wichtige Aufgaben, denn sie schützen die Wurzeln vor Frostschäden und dienen Insekten und Kleintieren als Winterquartier.
❄️ Überwinterung im Beet und Topf
Lysimachia vulgaris ist vollkommen winterhart und benötigt im Garten keinen Winterschutz. Im Kübel ist der Wurzelballen weniger geschützt, als tief im Boden. Darum sollte man das Pflanzgefäß vor die Hauswand stellen auf Füßchen oder eine isolierende Unterlage und mit mehreren Lagen Wintervlies umwickeln.

Häufig gestellte Fragen
Ist der Gilbweiderich giftig?
Nein, der Gilbweiderich gilt als ungiftig. Im Gegenteil sind seine Blüten und Blätter essbar. Die Blüten werden gerne verwendet als vitaminreiche Dekoration in Salaten und auf belegten Broten. In der naturnahen Küche sind die zarten Blätter beliebt als schmackhafte Zutat für Gemüsegerichte und Suppen.
Ist der Gilbweiderich bienenfreundlich?
Ja, der heimische Gilbweiderich ist eine Bienenweide auf sehr ungewöhnliche Art. Seinen Bestäubern bietet die Staude keinen Nektar als Belohnung, sondern ein Öl. Wildbienen sammeln das Öl mit ihren Mittelbeinen und streichen es in ihre Hinterschenkelbürsten. Vermischt mit dem bereits gesammelten Pollen entsteht ein Brei, der als Nährpaste an die Larven verfüttert wird.
Sollte man den Gilbweiderich nach der Blüte schneiden?
Nein, ein Rückschnitt nach der Blüte ist nicht unbedingt erforderlich. Nur wenn Sie die Selbstaussaat des Gilbweiderichs verhindern wollen, schneiden Sie die verwelkten Blüten ab. Allerdings werden mit diesem Schnitt auch alle Anlagen für die Früchte entfernt. Das ist fatal für Kleintiere und Vögel, wie den vom Aussterben bedrohten Zippammer (Emberiza cia), denn die Samen sind eine wertvolle Nahrungsquelle im Winter.
Quellen: Wikipedia.org, Gewöhnlicher Gilbweiderich und Saatgut-Vielfalt.de, Gewöhnlicher Gilbweiderich und Naturadb.de, Lysimachia vulgaris und Nordischer-Shop.at, Lysimachia vulgaris und Oekologie-Seite.de, Gewöhnlicher Gilbweiderich und Kostbarenatur.net, Gewöhnlicher Gilbweiderich
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