Die Zwergspiere (Spiraea decumbens) ist die perfekte Wahl für Hobbygärtner mit einer Vorliebe für Alpenblumen im Garten. Mit ihrem niedrigen, polsterförmigen Wuchs eignet sich die alpine Schönheit hervorragend als Bodendecker für Steingärten, Trockenmauern und naturnahe Beete. Im Frühsommer verwandelt die Polsterspiere über viele Wochen den Garten in ein weißes Blütenmeer, das zahlreiche Insekten anlockt. Dank ihrer Herkunft aus den Kärntner Alpen, kommt sie problemlos mit praller Sonne, stürmischem Wind, klirrendem Frost und kargen Böden zurecht. In diesem Ratgeber erfahren Sie Schritt für Schritt, wie Sie die Zwergspiere richtig pflanzen, pflegen und dekorativ kombinieren.
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Kurzfassung
Die Zwergspiere mit dem botanischen Namen Spiraea decumbens ist ein winterharter, niedrig wachsender, ausläuferbildender, alpiner Zwergstrauch für sonnige Standorte. Sie bevorzugt frische, durchlässige, nährstoffarme Böden und eignet sich hervorragend für Steingärten, Trockenmauern, naturnahe Beete, als Bodendecker und kleine Hecke. Von Mai bis Juni blüht die Polsterspiere üppig mit weißen, insektenfreundlichen Doldentrauben.

Zwergspiere Steckbrief mit Bildern

Zwergspiere Standort
Die Zwergspiere gehört zu den alpinen Sonnenanbetern – je mehr Licht, desto dichtbuschiger der Wuchs und desto üppiger fällt die Blüte aus.
Ideale Standortbedingungen sind:
👉 In schweren, feucht-nassen, sauren und verdichteten Böden leidet die Zwergspiere unter Kümmerwuchs. Für diese problematischen Standorte sind andere Alpenblumen besser geeignet, wie die legendäre Meisterwurz (Peucedanum ostruthium) mit weißen Doldenblüten von Juni bis August und die alpine Bach-Nelkenwurz (Geum rivale) mit purpurroten Blüten von April bis Juni.

Bild von Konrad Lackerbeck – CC0

Zwergspiere pflanzen – Schritt für Schritt Anleitung
Die Jungpflanzen von Zwergspieren sind einfach einzupflanzen. Beste Pflanzzeit ist im Herbst von September bis Oktober und im Frühjahr von April bis Mai. Grundsätzlich ist eine Pflanzung jederzeit möglich, sofern die Erde nicht gefroren ist und der Spaten in die Erde kommt. Die alpinen Zwergsträucher wachsen in einem gut vorbereiteten Boden besser an. Wichtig zu beachten ist der richtige Pflanzabstand, damit sich trotz der langsamen Wuchsgeschwindigkeit zügig ein dichter, bodendeckender Teppich bildet. So gehen Sie richtig vor:

Wurzeln tränken: Vor der Pflanzung die noch eingetopften Zwergspieren Jungpflanzen mit dem Wurzelballen einige Minuten in Wasser stellen.

Vorbereitung: Den Boden mindestens einen Spaten tief umgraben, auflockern und Unkraut jäten. Feuchte, schwere Gartenerde verbessern mit Sand und Kies. In sehr sandigen, extrem mageren Boden 3 l Kompost pro qm oberflächlich einarbeiten.

Pflanzabstand: Im Abstand von 30-40 cm Pflanzlöcher ausheben mit dem doppelten Volumen eines Wurzelballens.

Startdüngung: Den Aushub mit Hornspänen mischen, die Zwergspiere austopfen und so einsetzen, dass sie nicht tiefer steht, als im Anzuchttopf.

Gießen und mulchen: Drücken Sie die Erde mit beiden Händen an, gießen durchdringend und mulchen dünn mit Rindenmulch, angetrocknetem Gras oder Jumbogras-Häckseln.
Wussten Sie, dass Trockenheit die häufigste Ursache ist, wenn Zwergspieren im Garten nicht anwachsen? Eine leichte Bodenfeuchte in den ersten Wochen senkt das Ausfallrisiko auf ein Minimum.

Grüner-Daumen-Tipp: Sind Sie es leid, bei jeder Pflanzen darüber nachzudenken, welcher Dünger der Richtige ist? Mit dem Compo Complete Pflanzendünger versorgen Sie nicht nur Zwergspieren, sondern alle Blüh- und Grünpflanzen mit den Nährstoffen, die sie brauchen für gesunde Blätter und eine üppige Blütenpracht.

Zwergspiere Pflege – Die besten Tipps
Am richtigen Standort ist die österreichische Zwerg-Spiere nahezu anspruchslos und benötigt nur bei Bedarf ein wenig Pflege.

Zwergspiere bei Trockenheit gießen
Lassen Sie die Erde nicht austrocknen. Fühlt sich bei einer Fingerprobe die Erde bis in 1-2 cm Tiefe trocken an, besteht Gießbedarf. Es ist besser, wenn Sie den Flachwurzler ein- bis zweimal pro Woche durchdringend gießen, statt täglich in kleinen Mengen.

Polsterspiere sparsam düngen
Eine Gabe Kompost oder Hornspäne im März deckt den jährlichen Nährstoffbedarf ab.

Rückschnitt ist wichtig
Für die lückenlose, dichtbuschige Verzweigung ist es entscheidend, dass Sie die Zwergspiere nach der Blüte schneiden. Ein Rückschnitt der verwelkten Blütenstände verhindert, dass sich die kraftraubenden Balgfrüchte bilden. Davon profitiert die Blütenfülle im nächsten Jahr. Das Laub dient als natürlicher Winterschutz für die flachen Wurzeln. Bei Bedarf schneiden Sie den Zwergstrauch im März bodeneben zurück. Zwingend erforderlich ist dieser zweite Schnitt allerdings nicht.

Zwergspiere vermehren – Tipps & Tricks
Die Vermehrung von Zwergspieren gelingt mit folgenden Methoden:
Stecklinge: Im Frühsommer halb verholzte, nicht blühende 8-10 cm lange Triebspitzen abschneiden, in der unteren Hälfte entlauben und im halbschattigen Vermehrungsbeet zu 2/3 einpflanzen. Im Herbst oder Frühjahr die kräftigsten Zwergspieren Jungpflanzen umpflanzen an einen sonnigen Standort.
Teilung: Um die Zwergspiere zu teilen, muss man nicht den kompletten Wurzelballen ausgraben. Statt dessen im Herbst oder Frühjahr mit dem Spaten von kräftigen Ausläufern ein Stück abtrennen, mit den Wurzeln ausgraben und in einem Topf mit Kokoserde bewurzeln lassen.

Bild von hedera.baltica – CC BY-SA 2.0
Zwergspiere kombinieren – Tipps für schöne Pflanzpartner
Um das alpine Flair von Zwergspieren dekorativ zu unterstreichen, eignen sich polsterbildende Begleitpflanzen mit ähnlichen Ansprüchen an den Standort.

1. Klassische Polsterstauden (Der bunte Teppich)
Die folgenden Pflanzen ergänzen sich harmonisch mit bodendeckenden Zwergspieren.
Blaukissen (Aubrieta): Die leuchtend blauen Blüten kontrastieren eindrucksvoll mit dem weißen Blütenteppich der Polsterspiere.
Teppich-Phlox (Phlox subulata): Mit ihren Rosa- oder Weißtönen erzeugen die niedrigen Flammenblumen eine fließende optische Verbindung.
Glockenblumen (Campanula cochleariifolia): Die Zwerg-Glockenblume wirkt besonders authentisch, wenn sie aus Felsspalten direkt neben der Polsterspiere hervorkommt.

2. Silbriges Laub & Gräser (Textur und Modernität)
Silberne Blätter reflektieren das Sonnenlicht und betonen die Eleganz der leuchtend weißen Spiraea-Blüten.
Blauschwingel (Festuca glauca): Die filigranen, blau-grauen Halme generieren einen architektonischen Kontrast zum elliptisch-rundlichen Laubgewand einer Zwergspiere.
Silberwurz (Dryas octopetala): Mit ihren silbrig schimmernden, gefiederten Blättern, weißen Schalenblüten und aparten Früchten gehört die alpine Silberwurz zu den glaubwürdigsten Pflanzpartnern der Zwergspiere.
Edelweiß (Leontopodium alpinum): Das legendäre Edelweiß und die üppige Zwergspiere sind das weiße Dream-Team der alpinen Gartengestaltung.

3. Strukturgebende Zwerggehölze
Damit der Alpengarten auch im Winter Struktur hat, sind immergrüne oder markante Pflanzpartner für die Zwergspiere unverzichtbar.
Kriechwacholder (Juniperus communis ‚Repanda‘): Er bildet eine dunkelgrüne Kulisse für die leuchtend weißen Spieren-Blüten.
Zwerg-Alpenrose (Rhododendron hirsutum): Achten Sie hierbei darauf, die behaarte Alpenrose zu pflanzen, da diese (im Gegensatz zu vielen anderen Rhododendren) auch kalkhaltige Böden verträgt.
Fingerstrauch (Potentilla fruticosa): Fingerstrauch Sorten, wie ‚Eisprinzessin‘ oder ‚Sommerflor‘ verlängern am Zwergspieren-Standort die Blütezeit bis weit in den Herbst mit weißen oder gelben Blüten.


Grüner-Daumen-Gestaltungstipp für den Alpengarten
Kennen Sie schon den „Fels-Trick“ für eine furiose alpine Gartengestaltung? Setzen Sie die Spiraea decumbens so, dass ihre Ausläufer über eine Steinkante oder Trockenmauer nach unten wachsen. Auf diese Weise entsteht beim Betrachter der Eindruck, dass die Zwergspiere mit weißen Blütenkaskaden die Steine umfließt.

Häufig gestellte Fragen
Ist die Zwergspiere gut für Bienen?
Ja, die Zwergspiere ist für Honigbienen, Wildbienen, Schwebfliegen und andere Insekten eine wertvolle Nahrungsquelle. Die Honigbienen bedienen sich zumeist am Nektarangebot, wohingegen Wildbienen es primär auf den Pollen abgesehen haben. Obschon der Nektar- und Pollenwert mäßige 2 von 4 beträgt, ist es die große Anzahl von bis zu 1.000 kleinen Einzelblüten, die den alpinen Strauch für Insekten so interessant macht.
Verträgt die Zwergspiere Schatten?
Nein, die Zwergspiere ist nicht für einen Standort im Schatten geeignet. Für ein gesundes, blütenreiches Wachstum benötigt die Alpenpflanze mindestens 6 Sonnenstunden pro Tag. Für den alpinen Schattengarten kommen andere Alpenblumen in Betracht, wie das herrlich duftende Immenblatt (Melittis melissophyllum), das malerische Schaublatt (Rodgersia) mit großen Fiederblättern und der prachtvolle Nesselkönig (Lamium orvala) mit rosaroten Lippenblüten und essbaren Schmuckblättern
Ist die Zwergspiere giftig?
Nein, die Zwergspiere Spiraea decumbens ist nicht giftig. Das alpine Ziergehölz gehört zu den Pflanzen, die man unbesorgt im Familiengarten mit Kindern und Haustieren ansiedeln kann.
Kann man die Zwergspiere im Kübel pflanzen?
Ja, die Zwergspiere eignet sich hervorragend für die Kultivierung im Kübel. Verwenden Sie für den Flachwurzler ein breites und nicht allzu tiefes Pflanzgefäß mit Bodenlöchern als Wasserabzug. Das ideale Substrat ist eine lockere Mischung aus torfreier Blumenerde und Tongranulat oder Sand. Eine Drainage auf dem Gefäßboden beugt Staunässe vor. Beste Pflanzzeit ist im Frühling. Als Kübelpflanze gießen Sie die Zwergspiere häufiger, als im Beet. Von Mai bis zum Ende der Blütezeit geben Sie wöchentlich einen Flüssigdünger ins Gießwasser.
Quellen: Wikipedia.org, Spiersträucher und Nordischer-Shop.at, Spiraea decumbens und Bio-Gaertner.de, Silberwurzen und Baumschule-Horstmann.de, Zwergspiere – Polsterspiere und Naturadb.de, Spiraea documbens
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