Überwintern

Ist die Japanische Lavendelheide winterhart?

09.04.2025
Die Japanische Lavendelheide kann Frost gut vertragen.
Die Japanische Lavendelheide kann Frost gut vertragen.

Die Japanische Lavendelheide (Pieris japonica) ist mit ihren immergrünen, farbenfrohen Blättern und den hübschen Blüten eine beliebte Zierpflanze für den Garten. Doch wie gut übersteht ein Schattenglöckchen hierzulande den Winter? Lesen Sie hier eine fundierte Antwort. Auf geht’s!

Das Beitragsbild ist von CeridwenCC BY-NC 2.0

Die gute Nachricht ist: Ja, die Japanische Lavendelheide ist winterhart – meistens

Gattung Lavendelheide mit 2 winterharten Arten

In Mitteleuropa ist die Gattung Lavendelheide (Pieris) mit 2 winterharten Arten vertreten. Die beliebteste Art stammt aus Ostasien und trägt den botanischen Namen Pieris japonica. Hobbygärtner und der Fachhandel haben die wunderschöne Pieris-Art Japanische Lavendelheide getauft. Vom anderen Ende der Welt aus Nordamerika stammt die zweite winterharte Lavendelheide mit dem botanischen Namen Pieris floribunda und dem deutschen Namen Amerikanische Lavendelheide.

Lavendelheide Little Heath ausgepflanzt im 2. Jahr
Ausgepflanzte Lavendelheide ist ab dem 2. Standjahr winterhart (hier die schöne Sorte ‚Little Heath‘)

Bild von BabijCC BY-SA 2.0

Eisblume auf blauem Hintergrund symbolisiert winterliche Pflanzenpflege im Garten.

Japanische Lavendelheide gehört zur Winterhärtezone Z6b

Im Gartenfachhandel, unter Gärtnermeistern und Hobbygärtnern kursieren die unterschiedlichsten Angaben über die Winterhärte einer Japanischen Lavendelheide. Darum habe ich jemanden gefragt, der sich mit dem Thema auskennt. Die Botaniker des Botanischen Gartens Höxter der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe geben folgende Antwort auf die Frage: Ist eine Japanische Lavendelheide winterhart?

Thermometer mit Skala von -20 bis +40 Grad Celsius, ideal für die Gartenpflege.

Pieris japonica, Japanische Lavendelheide wird der Winterhärtezone Z6b zugeordnet und ist winterhart von -17,8° C. bis -20,4° C. am richtigen Standort mit folgenden Rahmenbedingungen:

Ein Haken auf grünem Untergrund als Aufzählungszeichen.

Licht: absonnig, lichtschattig, halbschattig schattig

Ein Haken auf grünem Untergrund als Aufzählungszeichen.

Bodenfeuchte: feucht, mäßig feucht, frisch

Ein Haken auf grünem Untergrund als Aufzählungszeichen.

Bodenansprüche: durchlässig, humos, kiesig, sandig, nährstoffreich

Ein Haken auf grünem Untergrund als Aufzählungszeichen.

pH-Wert: 5-7 (sauer bis neutral)

Fragezeichen visualisieren dem Leser, dass eine grüner-daumen-zwischenfrage folgt.

Grüner-Daumen-Zwischenfrage: Sind Lavendelheide und Lavendel miteinander verwandt?

Nein, es besteht keine botanische Verwandtschaft zwischen Lavendelheide (Pieris) und Lavendel (Lavandula). Der botanische Name Pieris ist abgeleitet von den sieben Pieriden (Musen), bekannt aus der griechischen Mythologie als die Schutzgöttinnen der Künste. Der deutsche Name Lavendelheide bezieht sich auf die spiralförmig angeordneten Blättern, die denen des Lavendels sehr ähnlich sind.

Eiskalter Emoji mit Frostmotiven, symbolisiert frostige Bedingungen im Garten.

Junge Pieris japonica benötigen Winterschutz

Eine Japanische Lavendelheide muss sich ihre Winterhärte im Laufe von 12 Monaten erarbeiten. Im Pflanzjahr sind Pieris japonica auf einen leichten Winterschutz angewiesen. Eine Abdeckung mit Laub und Fichtenzweigen schützt eine junge japanische Lavendelheide vor Frost und winterlicher Dauernässe.

Ein Kübel mit einer Pflanze ist ummantelt mit roter Jute als Winterschutz
Mit einem dicken Winterschutz kann Lavendelheide im Kübel draußen überwintern

Bild von Pressebereich Dehner GartencenterCC BY-ND 2.0

Eiskalter Emoji mit Frostmotiven, symbolisiert frostige Bedingungen im Garten.

Japanische Lavendelheide im Kübel ist bedingt winterhart

Die Angaben zur Winterhärte einer Japanischen Lavendelheide gelten für eine im Garten ausgepflanzte Pieris japonica. Im Kübel reduziert sich der Grad der Winterhärte ohne Winterschutz auf etwa -5° Celsius. Die Erklärung liegt auf der Hand. Aufgrund seiner exponierten Lage im knapp bemessenen Substratvolumen ist der Wurzelballen des Schattenglöckchens im Kübel angreifbar für Frost. Idealerweise überwintert die Topfpflanze im hellen, frostfreien Winterquartier. Alternativ wird der Kübel vor die Hauswand auf Holz gestellt und ummantelt mit Jute oder Wintervlies.

Quellen: Wikipedia.org, Pieris und Baumschule-Horstmann.de, Lavendelheide Gattung und Pflanzmich.de, Schattenglöckchen Mountain Fire und Botanischer-Garten-Hoexter.de, Pieris japonica

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