Geht es Ihnen auch so? Beim Anblick der pompösen Blütenbälle von Hortensien bleibt man staunend stehen. Naturnahe Hobbygärtner lassen sich von der Blütenpracht freilich nicht blenden und hinterfragen deren Wert für Bienen, Hummeln und Schmetterlinge. Wie so oft, lässt sich die Frage nicht mit einem einfachen JA oder NEIN beantworten.
Entscheidend ist weniger die Größe der Blüten als deren Aufbau. Viele beliebte Hortensiensorten prahlen mit voluminösen, auffälligen sterilen Schaublüten. Sie sehen wunderschön aus, haben jedoch für Bienen wenig oder überhaupt keinen Nektar oder Pollen zu bieten. Ganz anders präsentieren sich Hortensien mit vielen kleinen fertilen Blüten. Diese können durchaus eine wertvolle Nahrungsquelle für Bienen und andere Bestäuber sein. Lesen Sie hier alles Wissenswerte über den Wert von Hortensien als Bienenweide.

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Gibt es bienenfreundliche Hortensien?
Ja, es gibt bienenfreundliche Hortensien. Entscheidend für den Wert einer Hydrangea als Bienenweide ist der Anteil fertiler Blüten, die Pollen und Nektar bieten. Lohnenswerte Anflugziele für Bienen sind Kletterhortensien, Tellerhortensien, Berghortensien und Rispenhortensien mit vielen kleinen fertilen (fruchtbaren) Blüten. Sorten mit überwiegend sterilen (unfruchtbaren) Schaublüten bieten dagegen kaum Nahrung.

Das Wichtigste in Kürze
- Nicht alle Hortensien sind bienenfreundlich.
- Große Schaublüten sind zumeist steril und bieten Insekten keinen oder wenig Pollen und Nektar.
- Wertvoll für Bienen sind primär Hydrangea-Arten mit kleinen, fertilen (fruchtbaren) Blüten.
- Tellerhortensien, Berghortensien, Rispenhortensien und Kletterhortensien sind für Bienen interessant.
- Für Insekten grundsätzlich wertlos sind Hortensien mit stark gefüllten Blüten.
- Hortensien sollten im bienenfreundlichen Garten stets mit heimischen nektar- und pollenreichen Pflanzen kombiniert werden.
Ballhortensien sind prächtig anzusehen …
… jedoch für Nektarsammler eine Mogelpackung
Ballhortensie Bild auf Pikist Schmetterling Bild auf Pikist
Warum sind manche Hortensien für Bienen wertlos?
Was wir bei Hortensien als einzelne, große Blütenbälle bewundern, sind sogenannte Schaublüten. Diese auffälligen Blüten sind steril, denn sie besitzen keine Staubblätter oder Stempel und produzieren weder Nektar noch Pollen.
Schaublüten kosten Bienen wichtige Energie
Fatalerweise verheißen die prächtigen Blütenbälle in leuchtenden Farben den Insekten eine üppige Pollen- und Nektarernte. In den Anflug und die vergebliche Nahrungssuche investieren Bienen kostbare Energie. Dabei gehen Kraftreserven verloren, die unentbehrlich sind für die Brutpflege.
Fruchtbare Blüten sind unauffällig
Die eigentlichen Nahrungsquellen sitzen manchmal versteckt zwischen den Schaublüten: Kleine, unscheinbare fertile (fruchtbare) Blüten, die Bienen, Hummeln, Schwebfliegen und anderen Bestäubern zumindest eine kleine Portion Nektar und Pollen anbieten.
💡Merksatz für den Bienenwert von Hortensien
Je mehr kleine fertile Blüten eine Hortensie besitzt, desto lohnenswerter als Nahrungsquelle für Bestäuber.

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Sind Rispenhortensien bienenfreundlich?
Rispenhortensien (Hydrangea paniculata) können sehr bienenfreundlich sein, allerdings kommt es auf die Art und Sorte an. Von Natur aus enthalten ihre Blütenstände sterile und fertile Blüten. Der Ursprungsart wird der passable Nektar- und Pollenwert 2/4 attestiert. Bei Sorten sollte man sehr genau hinschauen. An folgenden Kriterien erkennen Sie beim Kauf im Gartencenter eine bienenfreundliche Rispenhortensie:
- locker aufgebaute Blütenrispen,
- viele kleine fertile Einzelblüten,
- ungefüllte Blüten,
- Sorten, an denen im Gartencenter tatsächlich Bienen oder Schwebfliegen zu beobachten sind.

Sind Bauernhortensien bienenfreundlich?
Zu den beliebtesten Gartenhortensien gehört die Bauernhortensie (Hydrangea macrophylla) mit markanten, schirmförmigen, leicht duftenden Blüten. Ihr ökologischer Wert als Bienenweide wird allerdings kritisch gesehen:
- Die meisten modernen Sorten wurden gezielt auf spektakuläre Blütenbälle gezüchtet mit überwiegend sterilen Schaublüten.
- Auf Bienen übt ein solcher Blütenball zwar eine magische Anziehungskraft aus, erweist sich dann aber als ziemlich leerer Esstisch.
- Das bedeutet nicht, dass grundsätzlich alle Bauernhortensien wertlos sind. Entscheidend ist auch hier, ob in der Blütenform fertile Blüten vorhanden sind.
Das bedeutet nicht, dass Sie als naturnaher Gärtner auf romantische Bauernhortensien verzichten müssen. Lesen Sie weiter:
Tellerhortensien Blütenstand
Fertile (fruchtbare) Einzelblüten
Sterile (unfruchtbare) Einzelblüten
Tellerhortensien sind gut für Bienen
Wer Bauernhortensien liebt und gleichzeitig Bienen bei der Nahrungssuche helfen möchte, sollte nach Tellerhortensien Ausschau halten. Bei diesen Hydrangea-Arten und Sorten ist die Bienenfreundlichkeit auf Anhieb zu erkennen:
- Im Zentrum befindet sich ein flacher bis leicht gewölbter Bereich mit unzähligen, kleinen, fertilen Blüten.
- Am äußeren Rand sitzen einige wenige, große Schaublüten als dekorativer Rahmen.
Zu dieser Hydrangea-Gruppe gehören verschiedene Sorten von Hydrangea macrophylla sowie die eng verwandte Berghortensie (Hydrangea serrata).

Grüner-Daumen-Tipp: Wenn Sie im Naturgarten Bäume mit Hortensien unterpflanzen möchten, ist die bienenfreundliche, schattenverträgliche Berghortensie (Hydrangea serrata) eine hervorragende Wahl.

Kletterhortensie: Bienenweide für halbschattige Fassaden
Eine besonders spannende Hortensie für die bienenfreundliche Fassadenbegrünung ist die Kletterhortensie (Hydrangea petiolaris, auch Hydrangea anomala subsp. petiolaris). Bei Wikipedia ist nachzulesen: Zitat: „Die Blüten der Kletter-Hortensie bieten Nahrung für Schmetterlinge, Hummeln und Bienen.“ (Quelle: Wikipedia.org, Kletter-Hortensie Beschreibung). Die folgenden Merkmale zeichnen die Hortensie aus:
- 15-25 cm große Schirmrispen mit vielen fertilen und wenigen, sterilen, weißen Schaublüten.
- Blüht oft schon ab dem 5. Standjahr.
- Üppige Blütezeit von Juni bis in den Spätsommer.
- Gedeiht auch am halbschattigen bis schattigen Standort.
- Selbstkletternd von 300 cm bis 600 cm, je nach Kletterhilfe auch höher.
Damit verbindet die Weiße Kletterhortensie hohen Zierwert mit einem respektablen Nahrungsangebot für Bestäuber. Dank ihrer Schattenverträglichkeit schafft sie zusätzlichen Blütenraum an Standorten, an denen viele klassische Bienenweiden kaum gedeihen.

Hortensien – ergänzende Komponente im bienenfreundlichen Garten
Als einzige Nahrungsquelle für Insekten reichen bienenfreundliche Hortensien im Naturgarten nicht aus. Trotz fruchtbarer Blüten bewegt sich ihr Bienenwert im unteren Bereich. Für ein durchgehendes Nektar- und Pollenangebot vom Frühling bis zum Herbst sollte man eine Hortensie kombinieren mit heimischen Stauden und Kräutern, die ebenfalls am halbschattigen, frisch-feuchten, leicht sauren Standort gedeihen:
- Jakobsleiter (Polemonium caeruleum), lange Blütezeit und höchster Nektarwert 4/4.
- Nesselkönig (Lamium orvala) mit tiefrosa Lippenblüten von April bis Juli, versorgt 43 Wildbienenarten.
- Rotklee (Trifolium pratense) blüht von April bis Oktober mit dem Nektarwert 3/4.
- Wald-Witwenblume (Knautia dipsacifolia) mit violetten Körbchenblüten von Juni bis September.
- Schneeheide (Erica carnea) blüht von Februar bis April mit rosa-weißen Glockenblüten (Nektarwert 4/4).
- Immenblatt (Melittis melissophyllum) weiß-purpurne Lippenblüten im Frühling (Nektarwert 4/4).
An Kletterhortensien und …
… Tellerhortensien umringen Schaublüten die kleinen, fertilen Blüten.
An den fruchtbaren Blüten von Tellerhortensien werden Bienen fündig.
Fazit: Gibt es bienenfreundliche Hortensien?
Einige wenige Hortensien lassen Bienen nicht leer ausgehen. Es wird den Naturgärtner erfreuen, dass Rispenhortensien (Hydrangea paniculata) zu den bienenfreundlichen Hydrangea-Arten gehören. Zumindest ein mäßiges Angebot an Nektar und Pollen wird Hydrangea paniculata von Bienen-Experten bescheinigt, sodass man Rispenhortensien mit gutem Gewissen in den bienenfreundlichen Garten pflanzen kann.
Die wuchsgewaltige Kletterhortensie (Hydrangea petiolaris) zählt ebenfalls zu den bienenfreundlichen Hortensien. Spendabel mit Nektar und Pollen sind außerdem alle Hortensien-Sorten mit Tellerblüten. Weil verschiedene Hydrangea-Arten die bienenfreundlichen, tellerförmigen Blüten bilden, fragen Sie in der Baumschule nach dem Oberbegriff „Tellerhortensie“.
Häufige Fragen zu bienenfreundlichen Hortensien
Welche Hortensie ist am besten für Bienen?
Die besten Bienenweiden sind Kletterhortensien, Teller- und Rispenhortensien, jedoch nur die Ursprungsarten sowie Sorten mit ungefüllten Blüten. Ihr Bienenwert beruht auf einer Vielzahl kleiner, fruchtbarer Blüten und einem eher geringen Bestand an unfruchtbaren Schaublüten.
Warum meiden Bienen meine Hortensie?
Bienen lassen eine Hortensie links liegen, wenn ihre Blüten überwiegend oder ausschließlich aus sterilen Schaublüten bestehen. Sterile Blüten produzieren so gut wie keinen Nektar und Pollen.
Ist die Hortensie ‚Annabelle‘ bienenfreundlich?
Nein, die Ballhortensie (Hydrangea arborescens) ‚Annabella‘ wird nicht den bienenfreundlichen Arten zugerechnet. Ihre prachtvollen Blütenbälle setzen sich zusammen aus Schaublüten, denen die Staubblätter und Stempel herausgezüchtet wurden, sodass sie keinen Nektar und Pollen produzieren.
Sind Rispenhortensien gut für Bienen?
Rispenhortensien (Hydrangea paniculata) mit ungefüllten Blüten produzieren Nahrung für Bienen. Grund sind ihre fertilen (fruchtbaren) Blüten, die sich zwischen den sterilen Schaublüten verstecken. Mit dem Nektar- und Pollenwert 2/4 ist darum für Bestäuber ein Anflug der Blüten lohnenswert.
Sind Tellerhortensien bienenfreundlich?
Viele Tellerhortensien Sorten sind eine gute Wahl für den bienenfreundlichen Garten und Balkon. Die schirmförmigen Blüten setzen sich zusammen aus fruchtbaren Einzelblüten, dekorativ umrahmt von einigen wenigen sterilen Schaublüten.
Sind Hortensien heimische Pflanzen?
Nein. Alle im Garten kultivierten Hortensienarten stammen aus Asien beziehungsweise Nordamerika. Um das ökologische Manko auszugleichen, sollte man Hortensien in einem Naturgarten mit heimischen und besonders pollen- und nektarreichen Pflanzen kombiniert.
Quellen: Naturadb.de, Rispen-Hortensien und Hortensien.eu, Insektenfreundliche Hortensien und Imkermagazin.com, Wasserschlürferinnen und Wikipedia.org, Rispen-Hortensie und Gartenhortensie und Hydrangea anomala und Kletter-Hortensie und Baumschule-Horstmann.de, Tellerhortensie
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