Alpenblumen

Alpen-Mannstreu pflanzen: Stachelige Schönheit für sonnige, magere Beete

04.03.2024
Nahaufnahme der fedrigen, blau-violetten Blüten des Alpen-Mannstreu (
Nahaufnahme der fedrigen, blau-violetten Blüten des Alpen-Mannstreu (

Während der Blütezeit mutet er an, wie die Pflanze aus einer anderen Welt. Tatsächlich ist der Alpen Mannstreu (Eryngium alpinum) bodenständig, hart im Nehmen und sehr pflegeleicht. Lesen Sie hier einen kommentierten Steckbrief mit Bildern, erweitert um Tipps für die Pflanzung im Garten. Sie erfahren alles Wissenswerte von Verbreitung, Standortvorlieben und Wachstum bis Blütezeit, Giftigkeit und Samen.

Nahaufnahme der fedrigen, blau-violetten Blüten mit walzenförmiger Mitte des Alpen-Mannstreu (Eryngium alpinum)
Alpen-Mannstreu ist an seinen ungewöhnlichen Blüten gut zu erkennen.

Das Beitragsbild ist von Erich Westendarp

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Kurzfassung

Alpen Mannstreu ist eine krautige, aufrechte, verzweigte Staude aus der Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Sein schönster Schmuck ist ein extravaganter walzenförmiger Blütenstand mit bis zu 18 fiedervielspaltigen, amethystfarbenen Hüllblättern. Bei Nacht oder Nässe schließen sich die Hüllblätter zum Schutz der zahlreichen, 2-3 mm kleinen Einzelblüten. Die Alpendistel wird 50-70 cm hoch mit einem Laubgewand aus weichen, großen Grundblättern und gelappten, gegenständigen Stängelblättern. Bis auf den kräftigen Stängel sind alle Pflanzenteile von Eryngium alpinum mit distelartigen Stacheln besetzt. Vorkommen sind in den Westalpen, im Jura und Dinarischen Gebirge bis in 2500 m üNN. Alpenmannstreu ist winterhart, bienenfreundlich, nicht giftig und sehr pflegeleicht. Verwendungsmöglichkeiten sind Steingarten, Dachgarten, Friedhof, Südmauer und auf dem Süd-Balkon im Kübel.

Alpen Mannstreu blüht am Wegesrand in den Bergen, umgeben von grüner Vegetation und Bergen.

Bild von Henna K.CC BY-NC 2.0

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Alpen-Mannstreu Steckbrief mit Bildern

PflanzenfamilieDoldenblütler (Apiaceae)
GattungMannstreu (Eryngium)
Name der ArtAlpen-Mannstreu (Eryngium alpinum)
SynonymAlpendistel
VorkommenWestalpen, Jura, Dinarisches Gebirge
Standortvorliebenkalkhaltig, steinig-sandig
Wuchsartkrautige Staude
Wuchsformaufrecht, verzweigt, distelähnlich
Wuchshöhe50 cm bis 70 cm
Blütewalzenförmig, fiedervielspaltige Hüllblätter
Blütenfarbeamethystfarben, tief-blauviolett
BlütezeitJuli bis September
Blattherzförmig, dreieckig, grob gesägt, dornig gezähnt
Giftigkeitungiftig (nicht zum Verzehr geeignet)
Winterhärtewinterhart
SchutzstatusVorwarnliste
VerwendungGarten, Kübel, Friedhof, Schnitt- und Trockenblume

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Alpen Mannstreu Steckbrief Kommentaremit Bildern

Die folgenden Kommentare zum Alpen-Mannstreu Steckbrief haben stets den Bezug zum pflegeleichten, naturnahen und rückenfreundlichen Garten im Blickwinkel.

Alpen Mannstreu Vorkommen

Alpen-Mannstreu hat seine Heimat bereits im Namen. Das Hauptverbreitungsgebiet liegt in den Westalpen und dem Jura mit dem Französischen Jura und dem Schweizer Jura. Zum Vorkommen gehört außerdem das Dinarische Gebirge, ein 600 km langer Gebirgszug entlang des Ostufers der Adria.

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Alpen Mannstreu Standort-Vorlieben

In den heimatlichen Gebirgszügen sucht sich Alpen-Mannstreu gezielt Flächen mit kalkhaltigem Boden aus. Aus diesen Standortvorlieben lassen sich Rückschlüsse ziehen für den optimalen Standort von Alpen-Mannstreu im Beet, Hochbeet und Kübel.

  • Sonnige Lage ohne stauende Hitze im Sommer.
  • Trockener Boden, gut durchlässig ohne Gefahr von Staunässe.
  • Sandig-kiesig, steinig, lehmhaltig, mager.
  • Kalkhaltiger pH-Wert größer 7.

Für die Kultivierung im Kübel eignet sich eine Mischung aus lehmiger Gartenerde und torfarmer Blumenerde zu gleichen Teilen mit 1 bis 2 Handvoll kleinkörnigem Kies oder Blähton über einer Drainage aus Tonscherben auf dem Kübelboden.

Grüner Daumen - Gartenblog von Gudrun Theissen

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Nahaufnahme vom Blütenstand eines Eryngium alpinum

Bild von hpgruesen auf Pixabay

Alpen Mannstreu Blüte

Beim Alpen-Mannstreu sitzen die 2-3 mm kleinen Blüten dichtgedrängt auf einem kugeligen bis walzenförmigen Blütenstand. Seine Attraktion sind die 12 bis 18 fedrigen, fiedrig-vielspaltigen, amethystfarbenen Hüllblätter. Diese Hüllblätter stechen, weil sie am oberen Ende in einer Spitze auslaufen. Stechend ist auch der Blütenstand, denn seine 2 mm kleinen Kelchblätter enden in einer Dornenspitze. Alpen-Mannstreu hat einen bemerkenswerten Selbstschutz. Die dornigen Hüllblätter schließen sich bei Dunkelheit und Nässe. Erst bei Sonnenaufgang oder wenn der Regenschauer endet, öffnet sich die Doldenhülle zum Empfang ihrer Bestäuber. Die Früchte sind 6 mm lang, 4 mm im Durchmesser, braun-gelb und übersät mit spitzen, scharfen Längsrunzeln.

Fragezeichen visualisieren dem Leser, dass eine grüner-daumen-zwischenfrage folgt.

Ist der Alpen-Mannstreu bienenfreundlich?

Auf den Blütenständen von Alpen Mannstreu sitzen ein Schmetterling und eine Honigbiene

Alpen-Mannstreu ist eine gute Wahl für den bienenfreundlichen Garten, denn die Staude ist eine wertvolle Bienenweide. Hummeln, Honigbienen und Schmetterlinge bedienen sich am Nektar der Blüten, die zwar sehr klein, jedoch in großer Zahl auf dem Blütenstand sitzen. Außerdem finden 29 Wildbienen bei Eryngium alpinum Pollen für die Brut. Aus diesem Grunde wird die gesamte Gattung Eryngium aufgeführt in der Broschüre „Lebensräume für (Wild) Bienen – Garten & Balkon insektenfreundlich gestalten“ von der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbaum (LWG).

Foto von Deirdre Boys auf Unsplash

Die braune stachelige Frucht von Alpen Mannstreu im Herbstkranz eingeflochten
Die braunen, stacheligen Früchte einer Alpen-Mannstreu werden gerne in Herbstkränzen eingeflochten.

Foto von Bảo Hoàng auf Unsplash

Zwei Hände halten Samen und lassen diese langsam aus den Händen rieseln.

Alpen Mannstreu Frucht und Samen

Die Früchte sind 6 mm lang, 4 mm im Durchmesser, braun-gelb und übersät mit spitzen, scharfen Längsrunzeln. Sind die Samen auf den Früchten reif, fallen die Früchte als ganzes ab, zerfallen in Teilfrüchte und werden von Tieren oder dem Wind verbreitet. Wichtige Information für Hobbygärtner: Die Samen von Alpen-Mannstreu sind Kaltkeimer.

Vektor für Blatt und Blätter

Alpen Mannstreu Blatt

Der stark verzweigte, amethystfarbene Blütenstand wird untermalt von tiefgrünen, weichen Grund- und Stängelblättern. Die Grundblätter sind lang gestielt, einfach, 25 cm lang und 20 cm breit mit einem gezähnten Blattrand. Am Stängel sitzen kurz gestielte, wechselständige Blätter, handförmig gespalten, rundlich und mit distelartigen Stacheln. Die Blattränder sind gesägt.

Alpen Mannstreu Giftigkeit

Alpen-Mannstreu ist für Menschen nicht giftig. Im Gegenteil, wird Eryngium alpinum aufgeführt in der Broschüre „Kinderfreundliche Pflanzen für Kita, Kindergarten und Spielplatz“ der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung.

Vektor für Naturschutz, Schutzstatus gefährdeter Pflanzen

Alpen Mannstreu Schutzstatus

In Deutschland und Österreich ist Alpen-Mannstreu selten geworden. Jahrzehntelang wurde die dekorative Staude gepflückt für die Verwendung als Schnittblume und Trockenblume. Zur gleichen Zeit schrumpften und schrumpfen ihre Lebensräume. Deutschland schützt Alpen-Mannstreu mittlerweile gemäß Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG).

Schutzstatus in Österreich

Wie es um den Artenschutz in Österreich bestellt ist, erklärte Frau Maria Patek, Bundesministerin für Nachhaltigkeit und Tourismus in einem Interview am 03.10.2019. Zitat „Österreich hat im Gegensatz zu Deutschland kein Bundesnaturschutzgesetz, die alleinige Kompetenz in Naturschutzangelegenheit liegt bei den Bundesländern“. Das vollständige Interview können Sie bei Euractiv nachlesen.

💡Die IUCN (Internationale Union zur Erhaltung der Natur und natürlicher Ressourcen) führt Eryngium alpinum auf der Roten Liste der bedrohten Arten mit dem Status „Fast bedroht“.

Blick von oben auf ein Hochbeet als alpiner Steingarten mit 10cm Aquilegia pumila 10cm Centaurium scilloides 10cm Erysimum Sprite 15cm Primula auricula 15cm Papaver miyabeanum 15cm Saxifraga Hardii 20cm Saponaria Bressingham 25cm Sempervivum Calcareum 25cm Sempervivum Violacea 25cm Delosperma congestum 30cm Phyteuma scheuchzeri 30cm Silene acaulis 30cm Sisyrinchium Boundary 30cm Solidago cutleri 40cm Phlox doug. Red Admiral 30cm Helianthemum alpestris 30cm Sedum pluricaule
In diesem Alpen-Hochbeet wurden gesät und gepflanzt: Eryngium, Phyteuma, Aquilegia, Erysium, Primula, Saxifraga, Sedum und andere Alpenpflanzen.

Bild von Peter ReasonCC BY-SA 2.0

Alpen-Mannstreu Verwendung

Mit seiner Vorliebe für sonnige, trocken-kiesige Standorte eignet sich Alpen-Mannstreu hervorragend für den Steingarten als Beet und Hochbeet, trockene Blumenrabatte und den Grünstreifen vor der Südwand. Für blaue Farbenpracht sorgt die Alpenstaude auf dem Dachgarten und im Kübel auf dem Süd-Balkon. Als Bepflanzung für eine Ruhestätte in vollsonniger, sandig-trockener Lage empfiehlt sich Eryngium ganz besonders. Im Vorgarten auf der Südseite setzt sich Alpen-Mannstreu dekorativ in Szene mit niedrigen Ziergräsern und anderen Alpenblumen, wie Alpen-Glöckchen und Alpen-Enzian. Gedeiht Alpen-Mannstreu in Ihrem pflegeleichten Garten, vermittelt sein Anblick das gute Gefühl, zum Erhalt dieser einzigartigen Blume der Berge beizutragen.

Ist der Alpen-Mannstreu winterhart?

Ja, wie alle heimischen Alpenpflanzen ist auch der Alpen-Mannstreu vollkommen winterhart. Er wird der Winterhärtezone Z3 zugeordnet, was einer Frostverträglichkeit von bis zu -40 Grad Celsius entspricht. Winterschutz benötigt er nicht.

Alpen Mannstreu kombinieren – schöne Pflanzpartner

Die idealen Nachbarn werfen keinen Schatten auf den Alpen-Mannstreu und bevorzugen ebenfalls einen sonnigen, mageren, kalkhaltigen Standort. Im folgenden lernen Sie die 5 schönsten Kombipartner kennen:

  • Hufeisenklee (Hippocrepis comosa), der ideale Bodendecker mit gelben Blüten von März bis September.
  • Sandthymian(Thymus serpyllum) wird 8-10 cm hoch und trägt im Sommer rosa Blüten, die mit dem Alpen-Mannstreu eindrucksvoll kontrastieren.
  • Frühlings-Enzian (Gentiana verna) sorgt mit leuchtend blauen Blüten für dekorative Akzente, bevor der Alpen-Mannstreu seine Blütezeit beginnt.
  • Rundblättrige Glockenblume (Campanula rotundifolia) trägt zarte, blaue Blüten von Juni bis Oktober als dekoratives Kontrastprogramm zum stacheligen, wilden Alpen-Mannstreu.
  • Saat-Esparsette (Onobrychis viciifolia) begeistert mit rosa Blütenkerzen im Sommer, die keinen nennenswerten Schatten werfen.

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Fazit

Alpen-Mannstreu bringt frischen Wind in den bienenfreundlichen Naturgarten. Mit ihren extravaganten Blüten ist die Alpenstaude ein Blickfänger für alle sonnigen und trockenen Standorte im Beet, rückenfreundlichen Hochbeet, vor Südmauern und auf dem Süd-Balkon. Auf dem Friedhof macht sich Eryngium alpinum nützlich als dekorative Bepflanzungsidee. Mit seinen bescheidenen Ansprüchen ist er klimafit. Wen wundert’s, dass Mannstreu aufgeführt wird auf der Empfehlungsliste für klimawandeltolerante Pflanzen des Rheinland-Pfalz-Kompetenzzentrums für Klimawandelfolgen?

Quellen: Wikipedia, Alpen-Mannstreu und Baumschule Horstmann, Mannstreu ‚Blue Star‘ und Jelitto Samen, Eryngium alpinum ‚Blue Star‘

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