Das Geißblatt (Lonicera caprifolium) verzaubert als schlingende Kletterpflanze mit wunderschönen Blüten, die einen betörenden Duft verströmen, den wir Jelängerjelieber bis tief in die Nacht genießen wollen. Lonicera caprifolium ist bienenfreundlich, ein Schmetterlingsmagnet, Vogelnährgehölz und sehr pflegeleicht. Lesen Sie hier eine Anleitung für die richtige Gartengeißblatt Pflege mit den besten Tipps von Standort und Blütezeit bis schneiden, vermehren und überwintern.
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Kurzfassung
Wie wird ein Geißblatt richtig gepflegt?
Das Gartengeißblatt (Lonicera caprifolium), auch als Jelängerjelieber bekannt, benötigt einen halbschattigen Standort, regelmäßiges Gießen, organische Düngung und einen Pflegeschnitt nach der Blütezeit. Vorbeugend gegen Vergreisung sollte man den Kletterstrauch alle 3 Jahre im Februar auslichten. Rindenmulch ist der beste Nässeschutz im Winter. Am einfachsten gelingt die Vermehrung durch Kopfstecklinge. Das Geißblatt ist nicht anfällig für Krankheiten und Schädlinge.

Gartengeißblatt Steckbrief

Gartengeißblatt Pflege
Das Gartengeißblatt ist am richtigen Standort so pflegeleicht, dass Sie die Kletterpflanze nach dem Anwachsen eigentlich sich selbst überlassen können. Ein überzeugender Beweis für die Anspruchslosigkeit ist das ungefährdete Vorkommen von Jelängerjelieber in unseren Wäldern. Wird dem Echten Geißblatt folgende Pflege zuteil, entfaltet es ein blütenreiches Optimum.

Bild von Leonora (Ellie) Enking – CC BY-SA 2.0

BesterGartengeißblatt Standort
Im Garten bevorzugt das Gartengeißblatt einen halbschattigen Standort. Ideal ist, wenn die Lage dem Wohlriechenden Geißblatt den „Kopf in der Sonne und einen schattigen Fuß“ bietet, wie wir es von Clematis kennen. Dieser Wunsch wird am sonnigen Standort ganz einfach erfüllt mit einer Unterpflanzung aus Bodendeckern und klein bleibenden Stauden. Hierzu zählen Walderdbeeren (Fragaria vesca), die immergrüne Christrose (Helleborus niger) mit winterlicher Blütezeit und farbenprächtige Knollenbegonien (Begonia) und der schattenverträgliche Cambridge Storchschnabel (Geranium cantabrigiense), der in keinem bienenfreundlichen Garten fehlen darf.

Bild von (c) Ting Chen – CC BY-SA 2.0

Optimaler Boden für das Gartengeißblatt
Am schönsten gedeiht ein Wohlriechendes Geißblatt im nährstoffreichen, humosen, frisch-feuchten und durchlässigen Boden, der gerne kalkhaltig sein darf. Optimal ist eine sandig-lehmige bis sandig-tonige Gartenerde. Sehr feste, schwer durchlässige Gartenerde verbessert die Einarbeitung von Sand. In zu leichten Sandboden harken Sie Kompost ein.

Gartengeißblatt gießen und düngen
- Gartengeißblatt bedarfsorientiert gießen, wenn die Erde fühlbar abgetrocknet ist. Es darf nie zu Staunässe kommen.
- In heißen Phasen zweimal pro Woche mit 5-10 Litern Wasser gießen. Das ist besser, als täglich zu gießen.
- Idealerweise 2 cm hoch mulchen mit Kompost oder Rindenmulch.
- Jelängerjelieber im März/April düngen mit einem Bio-Dünger, z. B. von Compo mit 5 Monaten Langzeitwirkung (Amazon). Nachgießen nicht vergessen.

Grüner-Daumen-Tipp: Eine rückenschonende Tropfbewässerung von Gardena erspart Hobbygärtnerinnen und Hobbygärtnern das Schleppen schwerer Gießkannen zum durstigen Gartengeißblatt. Empfehlenswert ist in diesem Fall das Gardena Micro-Drip-System Hecken/Sträucher (25 m), das man als Ready-to-use-Set zum günstigen Preis bei Amazon kaufen kann.

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Geißblatt richtig schneiden
Die Jelängerjelieber Kletterpflanze schneidet man nur bei Bedarf, wenn der Schlinger zu dicht, zu groß oder zu breit wird. Würde man jedes Jahr zur Schere greifen, würde die Kletterpflanze nie die erwünschte Wuchshöhe erreichen und nur spärlich blühen. Die beiden wichtigsten Schnittarten sind der Formschnitt und der Auslichtungsschnitt.
Geißblatt in Form schneiden
- Bester Zeitpunkt: Unmittelbar nach der Blütezeit, zumeist Anfang August.
- Vogelschutz: Vor Beginn der Schnittarbeiten untersuchen Sie das Geißblatt gründlich auf nistende Vögel, um gegebenenfalls den Termin zu verschieben, bis die Küken das Nest verlassen haben.
- Rückschnitt: Schneiden Sie aus der Form heraushängende Triebe zurück. Der optimale Schnittpunkt für zu lange, bogig überhängende Zweige befindet sich im Bogenscheitelpunkt.
- Schnittführung: Setzen Sie die Scherenklingen kurz über einem jungen Seitentrieb an. Dieser Ableitungsschnitt verhindert eine optische Lücke im Kletterstrauch. Ist kein Seitentrieb vorhanden, schneiden Sie 3-5 mm über einem Blatt oder schlafenden Auge. Dieser Schnitt-an-Knospen regt den Austrieb an.
Im Anschluss an den Formschnitt ist das Gartengeißblatt dankbar für einen organischen Dünger, wie Kompost oder Hornspäne. Dieser liefert die nötige Energie für einen kräftigen Austrieb mit vielen, neuen Blütenknospen.
Auslichtungsschnitt beugt Vergreisung vor
Beginnend mit dem 4. Standjahr erhält das Geißblatt alle 2 bis 3 Jahre einen Auslichtungsschnitt. Dieser fördert ein dichtes Blättergewand, die Anlage vieler Blütenknospen und beugt einer Vergreisung vor.
- Bester Zeitpunkt: Mitte Januar bis Ende Februar.
- Auslichtung: Schneiden Sie die abgestorbenen Bodentriebe sowie eingetrocknete, zurückgefrorene und beschädigte Zweige am Ansatz ab.
- Kontinuierliche Verjüngung: Einen oder zwei der ältesten Bodentriebe schneiden Sie bis auf 15 cm herunter und lassen vielversprechende, junge Bodentriebe als Ersatz stehen.
- Düngen: Nach dem Auslichtungsschnitt bringt ein Langzeitdünger am Geißblatt das Wachstum in Schwung, wie der Compo Langzeitdünger mit Schafwolle und einer Wirksamkeit von bis zu sechs Monaten (Amazon).

Bitte beachten: Schneiden eines Geißblatts im Winter kann Blütenknospen entfernen und schlimmstenfalls den Ausfall der nächsten Blütezeit verursachen.

Grüner-Daumen-Tipp: Handgelenk-schonend und kraftsparend meistern Sie den Rückschnitt am Gartengeißblatt mit der Akkubetriebenen Gartenschere von Gardena. In AssistCut ist der Akku integriert, damit die Schere gut in der Hand liegt. Die innovative Gartenschere schneidet mühelos Äste und Zweige bis 25 mm. Sie können die Einhand-Gartenschere Assist Cut von Gardena günstig bei Amazon kaufen.

Gartengeißblatt überwintern
Das Gartengeißblatt ist winterhart bis -35° Celsius. Ein Winterschutz gegen Kälte ist nicht nötig. Es ist empfehlenswert die sommerliche Mulchschicht etwas zu erhöhen oder Nadelreisig auf die Wurzelscheibe zu legen als Schutz vor Nässe.

Bild von Tauralbus – CC BY 2.0
Einfachste Vermehrung von Jelängerjelieber
Stecklinge ist die einfachste Methode, um das Gartengeißblatt zu vermehren. Bester Zeitpunkt ist im Frühsommer. So gehen Sie richtig vor:
- Schneiden Sie halb verholzte, nicht blühende 15 cm lange Kopfstecklinge. Dabei setzen Sie die Schere kurz unter einem Blatt oder einer Knospe an, damit der Steckling aus diesem Vegetationsknoten Wurzeln treiben soll.
- Die Blätter in der unteren Hälfte eines Stecklings zupfen Sie ab. Die anderen Blätter werden halbiert.
- Stecken Sie die Triebstücke in Töpfe mit einer Mischung aus Blumenerde und Kokoserde (Amazon).
- Stülpen Sie eine Plastiktüte über jeden Anzuchttopf, die Sie unten mit Gummibändern zusammenbinden. Holzstäbchen dienen als Abstandshalter, wie auf dem obigen Bild zu sehen ist.
Am halbschattigen Standort halten Sie das Substrat leicht feucht. Lüften Sie die Plastikhaube täglich, damit sich kein Schimmel bildet. Sobald ein frischer Austrieb zu erkennen ist, wird die Abdeckung entfernt. Gedüngt werden die Stecklinge nicht. Bis im Herbst die Pflanzzeit beginnt, hat ein Steckling sich in ein pflanzfertiges Gartengeißblatt verwandelt.
Schädlinge und Krankheiten am Gartengeißblatt
Einen möglichen Befall mit Schädlingen oder Krankheiten am Geißblatt sehen die Gartenexperten von Pflanzen-Koelle locker. Zitat: „Jelängerjelieber sind robust und nicht besonders anfällig für Schädlinge und Krankheiten. Der Befall durch Blattläuse ist ein optisches Problem, die Pflanzen leiden nicht und ein Befall kann toleriert werden. Bei zu dichtem Laub kann es zu Mehltau kommen. Doch diese pilzliche Krankheit ist kein Problem und Sie müssen nicht aktiv werden.“ (Quelle: Pflanzen-Koelle.de, Geißblatt pflegen) Falls Sie dennoch aktiv werden wollen, können Sie beide Probleme mit Hausmitteln bekämpfen.

Blattläuse mit Hausmittel bekämpfen
Gegen Blattläuse hilft eine Seifenlösung aus 30-40 g Kernseife (Amazon) 1 Liter Wasser, 1 Spritzer Spiritus. Besprühen Sie die befallenen Pflanzenteile alle 3 Tage, bis keine Blattläuse mehr zu entdecken sind.

Mehltau ohne Gift bekämpfen
Echter Mehltau ist zu erkennen als abwischbarer, mehliger Blattbelag. Dagegen hilft Milchwasser. In 700-800 ml Wasser rührt man 200-300 ml frische Vollmilch ein (keine H-Milch). Bei Bedarf kann der Milchanteil erhöht werden. Die befallenen Blätter werden auf den Ober- und Unterseiten mit dem Hausmittel zwei- bis dreimal pro Woche besprüht, bis der weiße Belag verschwindet.

Grüner-Daumen-Tipp: Die Pflanzenpflege im Hobbygarten kommt ohne eine leistungsstarke Spritzflasche nicht aus. Viele der besten Hausmittel gegen Krankheiten und Schädlinge muss man auf die befallenen Pflanzen aufsprühen. Gelenk-schonend und kraftsparend sprühen Sie biologische Bekämpfungsmittel mit einem Gloria Drucksprüher, den es bei Amazon in vielen praktischen Größen zu kaufen gibt.
Fazit
Diese Pflegeanleitung erbringt den überzeugenden Beweis, dass Jelängerjelieber seinen volkstümlichen Namen zu Recht trägt. Kaum eine andere heimische Kletterpflanze stellt so bescheidene Ansprüche und beschert ihrem Gärtner ein dekoratives Erscheinungsbild mit wunderschönen, herrlich duftenden Blüten. Bienen, Schmetterlinge und Vögel kommen am Gartengeißblatt ebenfalls auf ihre Kosten.
Quellen: Wikipedia.org, Gartengeißblatt und Baumschule-Horstmann.de, Echtes Geißblatt und Pflanzen-Koelle.de, Geißblatt Pflege und Pflanzmich.de, Jelängerjelieber/Echtes Geißblatt
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